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Und da denkt man noch, dass man diesmal vielleicht nicht unbedingt zum Konzert von The Notwist gehen muss, denn man hat sie ja vor anderthalb Jahren erst gesehen.
Und vor anderthalb Jahren, da war’s nicht so toll.

Gut, das lag vielleicht am schlechten Platz in der Tonhalle, ganz an der Seite, mit dem Rücken zur Wand. Da erlebt man so was eben etwas unbeteiligt. Aber warum müssen sie eigentlich jeden zweiten Song so ewig ausfransen lassen? Vom Sound will ich gar nicht schreiben…

Und The Devil You + Me war auch nicht mehr so toll wie Neon Golden und schon gar nicht wie Shrink.
Und über 30 Euro für eine Konzertkarte zahlt man auch nicht immer mit einem Lächeln im Gesicht.
Und überhaupt.

Ganz früher war ja alles besser. Vor 15 Jahren. Muss ja. Als man mit 17 noch auf den Fliesen ausgerutscht ist, im Moshpit vor der Bühne des Primeclub. Bei ähm… Puzzle oder so, jedenfalls einem der älteren Songs. Als sie eben noch fast eine Noiseband waren. Eigentlich beinahe Hardcore. Aber schon mit Bläsern und Jazz. Überhaupt spielen sie ja jetzt sowieso fast nie etwas von der Shrink. Aber das Konzert vor 5 Jahren im E-Werk, das war schon ziemlich gut. Und nur Wochen danach mit dem Andromeda Mega Express Orchestra in der Kölner Philharmonie, das war weit jenseits von ziemlich gut.

Und das neue Album Close To The Glass ist stellenweise tatsächlich ziemlich toll. Vielleicht die Gelegenheit nutzen und doch mal wieder eine ewige Indie-Helden-Band live fotografieren?
Und dann steht man für die ersten drei Songs im Fotograben, hat sie direkt vor sich, in ihrer perfektionierten Stoffeligkeit. Die Achers, den Console und den Rest.

Wieder ein Moshpit mit den Fotografen, diesmal um die besten Bilder. Zu Anfang spielen sie mit They Follow Me den besten Song vom neuen Album. Danach den anderen besten Song Close To The Glass und dann Kong, den dritten besten, gleich hinterher. Es macht Klick. Im Kopf. Und man genießt dieses Konzert schon, bevor man fertig ist mit der Arbeit.

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Danach ins Publikum. Den Kopf im Sound baden, den so laut krachig, knackig präzise und akzentuiert in Köln leider nur das E-Werk verlässlich hinbekommt. Um einen herum lächelnde Menschen, die diese Band seit vielen Jahren lieben und bei Pick Up The Phone die ersten Tränchen in den Knoplöchern ihrer stoffeligen Strickjacken haben.

Run Run Run, noch einer dieser besten Songs vom neuen Album. Zwischendurch die halbe Neon Golden. Kein Shrink, egal. Irgendwer hier riecht unglaublich gut. Als letzten Song angekündigt erinnert Gravity mit ungeheurer Wucht daran, wie viel besser die Songs von The Devil You + Me live sind. So wenig verkopft und dynamisch.

Unsinnig laufen sie danach von der Bühne, sind keine zwei Minuten später wieder da und spielen die andere Hälfte der Neon Golden als Medley quer durch die jüngere experimentelle Pop-Historie.

Gloomy Planets als gleißendes Irrlicht. Wie schön fast alle Songs ausfransen!

Nochmal Backstage und zurück, dem noch nicht satten Publikum 7-Hour-Drive als Noise-Gewitter um die Ohren knallen.

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Und dann klickt es wieder, denn sie spielen Chemicals. Nur für mich.
Und danach Consequence für alle anderen.
Und noch Puzzle für alle, die schon etwas älter sind.
Und alles tanzt.

Gone Gone Gone ist nach zehn Songs in drei Zugaben das warme Lagerfeuer am Ende der Zeit.
Niemals wieder frieren.

“Vielen Dank, hat Spaß gemacht hier zu spielen!”
Glück gehabt. Da gewesen.

The Notwist Setlist E-Werk, Cologne, Germany 2014, Close to the Glass

3 Kommentare

  1. […] Im Fotograben bei The Notwist, der besten deutschen Band der Welt, das ist schon noch etwas besonderes für mich. Meinen Konzertbericht, den ich für pretty in noise geschrieben habe findet ihr hier… […]

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  2. Heike

    Freitag, 21. März 2014 um 09:49:11

    Chemicals haben sie übrigens für mich gespielt 🙂

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  3. christopher von bronsart

    Dienstag, 25. März 2014 um 08:38:17

    wie hiess der supporting act nochmal? ziemlich genial der mann…

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