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In Hamburg wusste man im Vorfeld der Tour scheinbar nicht so recht, wie man mit ihrem Lineup umgehen sollte: Die Briten von Milk Teeth gaben ihr Debüt auf internationalen Bühnen, Drug Church hatten die schwere Aufgabe, so war es durchgesickert, die großen (und leider ausgefallenen) Ceremony zu ersetzen, und Title Fight präsentierten sich erstmals mit ihrem „anderen“ Album „Hyperview“.

Dementsprechend leer war das Knust noch, als das Konzert pünktlich um 21:00 Uhr mit den Jungs und Mädels von der Insel startete. Eine gute halbe Stunde gaben diese ihren zweistimmigen, mit einer ordentlichen Portion Grunge versehenen Punk zum Besten. Mangelnde Kreativität kann man ihnen dabei wahrhaft nicht vorwerfen: Songs wie „Vitamins“, der 2014 das Licht der Welt als Veröffentlichung der alten Schule – in Form einer bunten Kassette – erblickte, sind jugendlich verspielt und ein wenig chaotisch, lassen aber jederzeit gewisse melodische Elemente durchschimmern. Trotz ihres schweren Standes als Opener machten Milk Teeth an diesem Abend deutlich, dass sie die Punk-Welt in Zukunft noch häufiger von sich hören lassen wollen.

Milkteeth

Die anschließend aufspielenden Drug Church vom einzigartigen US-Label „No Sleep Records“ haben das wahrscheinlich schon gar nicht mehr nötig: Ihr Sound war von Beginn an wesentlich druckvoller und erwachsener. Post Punk, Emo, Hardcore – schwer zu sagen, wie sich das Genre der fünf New Yorker am besten beschreiben lässt. Fakt ist, dass Sänger Patrick (ebenfalls aktiv bei Self Defense Family) mit sowohl seiner verzweifelten Stimme während der Songs als auch seinen sympathischen Ansagen zwischen den selbigen diese Band prägt wie kein anderer. Treffend analysierte er, wie still und unbeteiligt Konzertbesucher in Deutschland seien – trotz zustimmenden Beifalls blieb es bei der Präsentation der neuen EP „Swell“ beim weit verbreiteten Herumstehen und Kopfnicken. An der Band hat es dennoch nicht gelegen, so viel sei sicher.

Drug Church

Die Erwartungshaltung war groß, als die Headliner aus Kingston, Pennsylvania ihr Set begannen. Mit „Murder your Memory“ gab es zur Begrüßung einen Track der aktuellen Platte; seitens des Publikums wurde es aber erst beim Material von „Shed“ und „Floral Green“ richtig interessant. Sing-Alongs und Stagedives bei „Make You Cry“, „Numb, But I Still Feel It“ oder dem Evergreen “27” offenbarten, dass sich Title Fights Stilwechsel live noch deutlicher zeigte als auf Platte – während man hier noch zweifelsohne jugendlichen Leichtsinn heraushören konnte, schien jeder Song von „Hyperview“ trotz nicht zu bestreitender musikalischer Klasse schwer und erdrückend. Dennoch sorgte das Quartett dafür, dass mit einer gesunden Mischung aus alten und neuen Tracks alle Konzertgäste ihnen Spaß haben konnten. Zu früheren Shows in kleineren Venues war der heutige Auftritt jedoch nicht zu vergleichen – schade!

Title Fight

 

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