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Tour of Tours, das ist eine famose Party: unter Konfettiregen wird Squaredance in Flip-Flops getanzt! – ein unvergessliches musisches MUSS-Erlebnis.


Jetzt ist es schon vier Tage her, dass ich die Tour of Tours in Köln gesehen habe und es kommt mir wie gestern vor. Es gibt ja diese Konzerte, wo die Band ihre Songs nur runterspielt und dann gibt es Konzerte die so viel Energie transportieren, und das gepaart mit unglaublich vielen Überraschungen, dass einem ein Dauergrinsen ins Gesicht zaubert. Die Tour of Tours sind eben so eine Band, die zu letzterem zählen.

Nirgendwo anders habe ich jemals so viele begnadete Musiker auf einer Bühne zusammen Musik machen sehen. Mal Laut, mal Leise und zwischendurch dieser romantische Zauber musikalischer Virtuosität, und obendrauf diese sechs mal, nein zehn mal gefühlsvollen Stimmgewaltigkeiten.

Ich dachte mir ja schon auf dem Weg von Düsseldorf nach Köln, das muss ein großartiges Konzert werden, aber es war noch großartiger als ich es mehr jemals hätte vorstellen können:

Da stehen Heta Salkolathi, Stefan Honig, Tim Neuhaus, Ian Fisher, Jonas David, Harmen Ridderbos und vereinen ihre harmonieträchtigen Stimmen mit den instrumentalen Vielfältigkeiten ihrer Bandmitglieder. Jeder Sänger brachte einen Musiker aus seiner Band mit. Wie sich herausstellte, waren diese Musiker nicht bloß instrumental begnadet, sondern auch sie gaben ihre stimmlichen Fähigkeiten zum Besten. So erwies sich der Keyboard spielende Florian Holobeck als händeschnippendes Soulwunder. Der sizilianische Bandkollege, Davide Iacono, von Jonas David überraschte mit einem sehr eindringlichen progressiven Post Punk Sound, der ein abwechslungsreiches Setting darbot, dass sehr ungewöhnlich in den Reihen der anderen Musiker erschien und einen aus den Latschen kippen ließ. Martin Hannaford: „Ich gehöre zu Honig“ stellte er sich bescheiden vor, offenbarte sein gefühlvolles Gitarrenspiel mit dieser unfassbar zarten, weichen Stimme. Dann ist da noch Ryan Thomas Carpenter, der Homie von Ian Fisher, the Professor of Love, der Dichter und Denker, der Spaßvogel. Er sorgte nicht nur für musikalisches Erfreuen, sondern erwies sich als großartiger Comedyentertainer. Es war von allem was da, von einem romantischen finnischen Lovesong, über rockige laute Ensembles bis hin zu Pop Folk Hits. Neben „Honigs „„Lemonlaw“ präsentierte „Town of Saints“ ihre rockige Nummer „Euphrates“ und nicht zu vergessen natürlich den gemeinsamen „Tour of Tours“ Song „Song of Songs“ und circa weitere 22 großartige Songs, wenn ich richtig gezählt habe. So abwechslungsreich und professionell erlebt man selten ein Konzert.

Jede Band stellte einen kleinen, aber durchaus beeindruckenden musikalischen Einblick, was sie so für Musik machen. Das wesentlich beeindruckende ist dabei, dass alle mitsingen, spielen und trommeln, als wären es all ihre Songs. Freunde machen Musik zusammen und wir dürfen an dieser fulminanten „Jam Session“ teilhaben.

Das Publikum war Teil dieses großartigen Ensembles von musikalischer Vielfältigkeit. So erwies sich kurzerhand das Publikum als perfekter Background Chor. Und ganz zu meiner Verwunderung klang das ganz schön cool, so selbstverständlich, als hätten sie nie was anderes getan. Kurzum das Ganze hatte dieses eine Gefühl, diese einzigartige Energie und diese bestimmten musikalischen Möglichkeiten, das es zu etwas Besonderem machte.

Tour of Tours

Und auf der Bühne herrschte ein riesiges Partyfeeling a la „Cologne is in da House“. Die Jungs und Mädels rockten, schmissen sich nieder, lagen sich in den Armen, spielten mal Keyboard, dann Erklang die Geige, dann sang der eine und der andere tanzte dazu. Mit einem neuen Song formierten sich die zehn wieder neu an den Instrumenten und in ihrer Singposition, ob Background Gesang oder Dreistimmig, alles war irgendwie da. Dieses schiere nach außen wirkende Chaos, war dezidiert durchgeplant. Ian Fisher ist dieser kreative Chaosbewältiger. Er hat sogar, laut einem Interview mit DRadioWissen, die Wege so berechnet, dass sich keiner in die Quere kam bei einem Positionswechsel. Zwischen einer Vielzahl an Akustikgitarre und E-Gitarren, waren zwei Keyboards, ein Schlagzeug, zwei große Trommeln, Honigs Ukulele, eine Ziehharmonika, eine Geige und ein Banjo zwischen denen die Musiker wechselten. Ich empfand es als sehr beachtlich, dass alle irgendwie alles spielen und singen konnten mit einer besonders offensichtlichen Leidenschaft und Hingabe, dass es einem nur so warm ums Herz wurde.

Im Publikum waren sogar ausgewiesene Geburtstagspartygäste, mit Konffettiregen und Geburtstagshütchen, um den Geburtstagsprinz Jonas David zu ehren. Das war eine wahnsinnige Party, mit Leidenschaft zur Musik, mit Herz und Schmerz, mit traurigen Momenten, mit spaßigen Momenten – wir lachten und weinten alle zusammen.

Zusammenfassend kann ich sagen, wer sich das entgehen lässt ist selber schuld. Musik lässt Herz en aufgehen, macht nachdenklich, imponiert und transportiert Emotionen. All das und noch viel mehr haben diese zehn Wahnsinnigen mehr als authentisch zum Besten gegeben. Sie haben geschwitzt, gewitzelt, getrommelt, gerockt, geschockt! Man fühlt sich als Teil dieser großartigen Party! So viel begnadete musische Leistung in zwei einhalb Stunden gepackt erfreut das klangverwöhnte Herz. Memo an mich: Was will man mehr?! Ich würde immer wieder hingehen!

Nicht ganz Köln aber trotzdem sehr sehenswert, der Auftritt von Tour of Tours beim diesjährigen Haldern Pop Festival!

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