Watered, ihres Zeichens Post Metal-Band aus Karlsruhe/Mannheim, und die belgischen Terraformer, ebenfalls im Dunstkreis des Post Metal anzusiedeln, waren Anfang April auf einer Minitour in vier deutschen Städten. In Oberhausen haben wir die Bands begleitet, die dort die polnische Band Besides begleitet haben.


Druckluft, Oberhausen. Ein geräumiges Gebäude, das aus einem großen Café und einem Konzertsaal besteht, eine gute Mischung aus Neubau und Vintage verkörpert und den Charme eines Autonomen Zentrums hat. Es regnet an diesem Tag und leider beginnt der Einlass nicht wie angekündigt um 19 Uhr, sondern gegen 19:45 Uhr. Glücklicherweise kann man ins Café gehen und sich ein Getränk und/oder etwas zu Essen bestellen, wenn man zu den pünktlicheren Konzertbesuchern gehört. Dort laufen mir auch schon vor Konzertbeginn Watered über den Weg. Wir setzen uns an einen Tisch, die Jungs bestellen sich etwas zu essen und ich trinke mein Bier, während wir über die Anreise quatschen. Am heutigen Abend werden Watered als erste Band spielen, gefolgt von Terraformer und Besides als Headliner.

Als die Zeit für die Band gekommen ist zu spielen, betreten wir den Konzertsaal und ich wundere mich über das sehr spärliche Besucheraufgebot.

Der Sound im Druckluft ist gut, das ist vom ersten Ton an zu hören. Die Musik ist laut und klar, ohne in den Ohren zu dröhnen. Der erste Song – „Keratokonus“ –, der auch einer der längsten ihres gesamten Songkontingents ist, geht durch Mark und Bein, mit seinem langsamen und eingängigen Intro und seinem kraftvollen, schnellen und harten Ende. Insgesamt spielen Watered drei komplette Songs, die sich mit einzelnen Samples anderer Songs abwechseln, wobei lediglich der letzte Song „To Those Who Will Never Exist“ ihrem ersten Album mit selbigem Titel entnommen ist. Als Schlusssong gibt jener dem Auftritt ein rundes Ende und man darf den Bassisten Alfred einmal wieder ins Mikrophon schreien hören, was er ganz außerordentlich gut kann.

Anders als Watered hüllen Terraformer sich und die Bühne in dichten Nebel ein und benutzen eine spärliche Bühnenbeleuchtung in Form einiger Spots, die sich nur hin und wieder kurz einschalten und kleinerer Handleuchten wie man sie in Werkstätten benutzt. Mystische Musik verlangt nach mystischer Beleuchtung, zum Leidwesen all jener, die Konzertfotos aufnehmen wollen. Doch die drei Belgier zeigen ihrem Publikum, dass sie auch mit wenigen Instrumenten maximal viel Volumen erzeugen können. Nebel trifft auf Schallwellen und ich glaube, der Tonmensch hat die Lautstärke noch ein kleines bisschen aufgedreht.

Neben drei Songs aus ihrem aktuellen Album „Creatures“ spielen sie den Song „Aegan“, der auf ihrer nächsten LP „Mineral“ erscheinen wird, sowie zwei bisher unveröffentlichte und unbenannte Songs. Auch dieser Auftritt von Terraformer ist trotz der sechs Songs mit gar nicht einmal geringer Spieldauer gefühlt zu schnell vorbei.

Der Raum hat sich bis zu diesem Zeitpunkt leider nur minimal mit Besuchern gefüllt. Doch zumindest bei Alfred von Watered scheint dies keine Enttäuschung hervorzurufen. Es gäbe solche Tage eben, an denen es nicht passe, sagt er.

Für all jene, die die Musik von Watered und Terraformer mögen, gibt es übrigens noch gute Neuigkeiten: Es wird eine gemeinsame Split erscheinen, möglicherweise noch zum Ende dieses Jahres! Alle Neuigkeiten erfahrt ihr auf den Seiten der Bands sowie unter Wolves and Vibrancy Records.

Watered

Terraformer

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