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Bilderbuch hat zwei Alben lang bewiesen, dass der Spagat zwischen Pop und Indie, zwischen Modern und Vintage, zwischen Song und Collage funktionieren kann.

Vö: 22.02.2019Maschin RecordsLP kaufen

„Schick Schock“ und „Magic Life“ waren Leuchttürme im Einheitsbrei des deutschen Indie-Pops, der meistens nur entweder denkwütige Schwermut oder VW Golf sein kann. Und sie machten klar, dass, wenn mit einem zu rechnen ist bei Bilderbuch, dann mit dem Erwartungsbruch. Das haben sie auf „Vernissage My Heart“ erfüllt.

Oft stehen Künstler oder Bands nach erfolgreichen Alben vor der Frage, in welche Richtung man sich nun entwickeln wolle. Die Erfolgsschiene weiterfahren oder der große Bruch. Selten geht der Bruch gut (Kid A von Radiohead), meistens wirkt es zu verkopft, zu gewollt oder nicht zu Ende gedacht. „Vernissage My Heart“ geht leider eher in letztere Richtung. Zwar sind im Vergleich zu „Mea Culpa mit LED go“, „Ich hab Gefühle“ und dem Titeltrack zumindest ansatzweise Songs mit greifbarer Stimmung dabei, prinzipiell hakt es aber an allen Ecken und Enden.

Bei aller Kritik: Melodien können Bilderbuch immer noch. Auch, was hier an Effekten und Sounds aufgefahren wird, klingt oft wie Bon Iver auf Extasy. Im positiven Sinne. „Vernissage My Heart“ ist erst schwierig, dann gut, dann langweilig, dann ok. Nicht bezogen auf die Trackliste, sondern auf die Durchhör-Abläufe. Ein Album, das wächst, enttäuscht, aber scheinbar auch sehr genau widerspiegelt, wo sich Bilderbuch im kreativen Prozess befinden.

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