Sexy Stoner-/Retrorock zwischen Klassik und Moderne.

LP kaufen iTunes Vö: 20.04.2018 Heavy Psych Sounds

Bella Italia. Kennt man ja, man liebt das Essen und besucht das schöne Land auch hin und wieder, vor allem natürlich die höchst sehenswerte Hauptstadt. In Rom findet man nicht nur historische Bauwerke, zwielichtige Stadtstaaten oder Modemumpitz, sondern auch noch eine der geilsten Stoner Rockbands des Landes. Die Black Rainbows haben mit „Pandaemonium“ ihr bereits sechstes Album am Start und zementieren damit den ihnen gern vorauseilenden Ruf ein echtes Genreurgestein zu sein.

Der neue Longplayer macht schlichtweg alles richtig. Auf dem unumstößlichen Fundament des immer groovenden Stoner-Rocks werden Riffstrukturen hochgezogen und entweder hypnotisch vorangetrieben oder innovativ weitergesponnen. Wir befinden uns auf einer sprunghaften Reise zwischen knallheissen Wüstenböden und dem eisig kalten Orbit, in dem drogenschwangere Spacesounds ihren wabernden Runden drehen. Die Gitarren sind von der ersten bis zur letzten Minute mit einem kräftigen Fuzz unterlegt, das Rhythmusfundament steht währenddessen wie eine Eins! Die musikalische Spanne reicht von melodiösen und hart mitreißenden Stoner-Perlen wie dem schmissigen Opener „Sunrise“ oder dem epischen, von geilen Gitarrenleads gepeitschten „Grinstone“, über obligatorische Black-Sabbath-Reminiszenzen wie im düster-souligen „The Sacrifice“, bis hin zu astreinen Space-Rock Knallern wie „I Just Wanna Fire“ oder dem durchgedrehte „13th Step Of The Pyramid“. Obwohl die Songs durchaus auch unter Retrorock eingeordnet werden können, fehlt hier glücklicherweise der langsam etwas langweilende 70s-Mumpfsound. Ganz im Gegenteil, alles klingt frisch, modern und außerdem ungewöhnlich innovativ.

„Pandaemonium“ ist ein Album zum Feiern, zum mit dem Fuß wippen, zum Kopfschütteln und zum Rausch abholen. Zwar wird hier ein gewisser Anspruch gepflegt, trotzdem muss man nicht viel Zeit dafür aufwenden, sich in komplizierte Strukturen hineinzudenken. Freunde von Fu Manchu, Monster Magnet, Hawkwind und klassischen Wüstlingen wie Kyuss oder Unida sollten hier unbedingt ein Ohr riskieren. Natürlich erscheint das gute Stück auch standesgemäß auf Vinyl und auch hier können alle möglichen Bedenken über Bord geworfen werden. Wir haben es hier mit einem wirklich glasklar klingenden, sauberen Produkt ohne Fertigungsschwächen zu tun, dass sich jederzeit sehen lassen kann.

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  • 8/10
    Autor Steffen Eggert - 8.0/10
8/10

Kurzfassung

„Pandaemonium“ ist ein Album zum Feiern, zum mit dem Fuß wippen, zum Kopfschütteln und zum Rausch abholen. Zwar wird hier ein gewisser Anspruch gepflegt, trotzdem muss man nicht viel Zeit dafür aufwenden, sich in komplizierte Strukturen hineinzudenken.

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