Draußen unangenehmer Schneeregen, drinnen geballte Hitze: Im Rahmen der „PIAS NITES“-Veranstaltungsreihe läuteten Bloc Party in der ausverkauften Markthalle den Konzertmonat März ein. Die Lokalmatadoren von Trümmer hatten dabei die Ehre, als Special Guest ihr neues Album zu präsentieren und das Hamburger Publikum ein wenig aufzuwärmen.


Das Quartett von der Elbe betrat die Bühne nahezu pünktlich um kurz nach 20 Uhr. Optisch die totale Verkörperung von Berlin-Kreuzberg, spielten die Jungs eine knappe Stunde lang Songs ihres Erstlingswerks „Trümmer“ sowie des bald erscheinenden „Interzone“. Die Mischung aus Post-Punk und Indie-Rock brauchte ein wenig, um ihre Wirkung zu entfalten; wurde dann aber nach kurzer Eingewöhnungsphase durchaus interessant und genießbar.

Die musikalischen Differenzen zum Headliner waren jedoch deutlich zu spüren: Die Markthalle war bei weitem noch nicht voll, und gute Stimmung wollte bis dato auch nicht so recht aufkommen. Sänger Paul Pötsch versuchte zwar regelmäßig, selbige zu erzeugen; potenziell auflockernde Fragen wie „Hey, wie klingen die Kids der Markthalle?“ waren allerdings ebenfalls nicht wirklich zielführend.

Wie erwartet bot sich beim Auftritt der Briten ein vollständig verändertes Bild. Im inzwischen sichtlich gefüllten Konzertsaal wurde die Luft unangenehm knapp und die Vorfreude groß, man hatte sich immerhin knappe dreieinhalb Jahre nach diesem Abend sehnen müssen. Bloc Party eröffneten mit „Only He Can Heal Me“ vom neuen Album “Hymns” und stellten unmissverständlich klar, wofür die folgenden 70 Minuten stehen sollten: Energie, Bühnenpräsenz und Ohrwurm-Hits.

Bloc Party

Es schien dabei keinerlei Unterschied zu machen, welchen Song die Londoner Band anstimmte – ob die frischen Veröffentlichungen „Virtue“ und „The Love Within“ oder die schon deutlich älteren „Banquet“ und „Song for Clay (Disappear Here“) –, die Menge kannte jede Zeile auswendig und ließ es sich nicht nehmen, mitzusingen, zu tanzen oder vereinzelt sogar Crowdsurfing-Versuche zu starten.

Bloc Party

Die wahren Highlights hatten Bloc Party sich aber selbstverständlich für die Zugabe aufbewahrt. Als wären vier Bonusnummern an sich nicht schon ein grandioses Extra, bekam das Publikum unter anderem endlich zwei lang erwartete Hits zu hören: „Helicopter“ und „Ratchet“ boten der großartigen Show einen äußerst würdigen Abschluss.

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