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Blur Reunion 2015: Welcome to the Popscene.

Gerüchte gab es schon seit längerer Zeit: BLUR haben neue Songs in petto. In den letzten Jahren war es relativ ruhig um das Vierer-Gespann. Nachdem es in den letzten Jahren relativ ruhig um das Vierer-Gespann, sieht man von wenigen Live-Auftritten wie im Hyde-Park (2009) oder auf dem Berlin-Festival (2013) ab. Mitte dieser Woche traten Damon Albarn, Graham Coxon, Alex James und Dave Rowntree vor die britische Presse und sprachen über ein weiteres Konzert im Hyde-Park. Die grössere Überraschung war allerdings eindeutig die Ankündigung eines neuen Albums! Es wird den Namen „The Magic Whip“ tragen und es gibt auch schon ein Bild davon: neonfarbenes Eis am Stil mit japanischen bunten Schriftzeichen drumherum.

Blur - The Magic Whip
Blur – The Magic Whip

Lange Zeit sah es so aus, als würde aus einer Reunion mit neuem Material nichts werden: die Gräben verliefen längere Zeit ganz schön tief zwischen Graham Coxon und der Band, vor allem mit Sänger Damon Albarn. Coxon verliess BLUR während der Aufnahmen zum letzten BLUR-Album „Think Tank“ im Jahr 2002. Er werkelte an seinen Solo-Arbeiten weiter, von denen bereits einige erschienen waren, und Albarn war sehr erfolgreich mit den GORILLAZ, während er später zusätzlich mit THE GOOD THE BAD AND THE QUEEN arbeitete und im Jahr 2014 sein erstes Solo-Album rausbrachte.

Zu Glanzzeiten von BLUR waren die vier Herren absolute Superstars – nicht nur im United Kingdom, wobei die dortige Hysterie weitaus grösser war als zum Beispiel in Deutschland, Amerika und Japan: drei Orte, an denen BLUR ebenfalls geliebt wurden und werden. Nach einem Start als „Rave“-Band (was damals Gitarrenmusik – hauptsächlich aus „Madchester“ – und nicht Techno bedeutete) besannen sie sich auf zum Beispiel Vorbilder der Sechziger (THE WHO, THE KINKS) und wurden damit wahnsinnig erfolgreich, vor allem mit den Alben „Parklife“ und „The Great Escape„. Danach gab es eine Kehrtwende in Richtung amerikanischer Alternativ-Kultur: plötzlich wurde diese nicht mehr abgelehnt, sondern für gut befunden. So klangen die Gitarren nicht mehr gradlinig rockig, sondern experimenteller und schräger („Blur„, 1997). Zudem wurde unter der Mitarbeit von William Orbit und so etwas wie einem Freibrief für Graham Coxon Elektronik ins Spiel gebracht („13„, 1999).

BLUR waren daran beteiligt, die Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger etwas identifikations-erschütterte britische (Gitarren-)Musik wieder in den Mittelpunkt zu rücken und zu beleben, wobei sie vor allem in den Jahren 1993 bis 1996 Schützenhilfe von nicht weniger erfolgreichen Bands wie OASIS, PULP, SUEDE und SUPERGRASS bekamen.

Über den Britpop-Battle mit OASIS wollen wir elegant hinwegsehen – auch soll nicht länger als unbedingt nötig die Rede sein von der damals etwas unschönen Idee der Musikindustrie, „Buy British“-Sticker auf die neuen Tonträger erfolgreicher Bands zu pappen.

Sprechen wir lieber über die neue Musik: der seit einigen Tagen im Netz zu hörende Track „Go out“ klingt jedenfalls vielversprechend: er wirkt nicht wie ein Britpop-Rückfall (zum Glück) sondern zeitgemäss: verrauschte Gitarren, leicht schleppende, hallige Beats, eine Melodie, die schräg durch die vier Minuten schrubbert und trotzdem schnell im Ohr hängen bleibt: so klingt Pop und Rock 2015, und so klingt ein Lied, welches vom Sound her sämtliche Phasen von BLUR berührt. Mit produziert hat Stephen Street, der bereits seit den Anfängen ihres Bestehens immer wieder mal mit der Band arbeitete.

Das Album wurde in Hongkong aufgenommen und ist dem Vernehmen nach voller Eindrücke über diese Zeit: unter Anderem handelt ein Lied von Damon Albarn´s Eindrücken über eine Reise nach Nordkorea.

Die Tracklist lautet wie folgt:

01 Lonesome Street
02 New World Towers
03 Go Out
04 Ice Cream Man
05 Thought I Was a Spaceman
06 I Broadcast
07 My Terracotta Heart
08 There are Too Many of Us
09 Ghost Ship
10 Pyongyang
11 Ong Ong
12 Mirrorball

„The Magic Whip“ von Blur erscheint am 24.04.2015 via Parlophone/Warner.

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