Vinyl immer portofrei bei jpc.de

Es pulsiert, es strömt, es fließt. Artery, dem zweiten Album des britischen Post-Rock Trios Brontide, ist der Druck, an das hoch gelobte Debut „Sans Souci“ anzuschließen, in keinster Weise anzuhören. Selbstbewusst bahnt es sich seinen Weg vorbei an Erwartungen und Leistungsdruck, um Genregrenzen auszuwaschen und Neuland zu erschließen.

Brontide haben sich seit „Sans Souci“ deutlich weiter entwickelt, „Artery“ hat sich von der ungestüm brodelnden Math-Rock Quelle fortbewegt und schlägt subtilere Bahnen ein, bedachter, doch nur dem Anschein nach gemächlicher. Denn das besondere an „Artery“ ist, dass Songs wie „Knives“ oder „Kith and Kin“ sich in einem Augenblick in nostalgischen Blues-Melodien wiegen, nur, um im nächsten herausfordernde Hardrock-Hooklines in den Orbit pusten, wie sie Black Sabbath aus dem Hut hätten zaubern können. Laidback Indie-Coolness verwandelt sich von einem Takt zum anderen in ein hyperaktives Frickel-Ungetüm im schillernden Disco-Outfit. Neu für Brontide sind jedoch vor allem die teils sehr poppigen, teils an frühe Prog-Bands erinnernden Electronica Einflüsse.

Diese Kurswechsel vollziehen sich dabei so mühelos und subtil, dass jeglicher Versuch, „Artery“ zu entkommen, sinnlos ist. Plötzlich schält er sich aus dem nichts, dieser Groove, der einen völlig zuvorkommend zum Einkaufen begleitet, bis um die nächste Ecke, ja bis in den Schlaf. Um eingängige Gitarren-Licks wächst ein komplexes Beat-Gerüst in die Höhe, das die Sicht auf sein Inneres versperrt und Brontide Freiraum verschafft- Freiraum, um zu überraschen, zu verblüffen, zu hypnotisieren.

Jeder Song auf „Artery“ funktioniert in seiner kaleidoskopischen Vielfalt auch ganz für sich allein- und doch erschließt sich erst im Ganzen, wie versiert Brontide ihr Songwriting angehen. Lücken werden nicht zwangsläufig gefüllt, sonder hier und da bewusst offen gelassen, für ein ungewisses Ende und ein gewisses „To be continued. Soon.“.

1. Tonitro
2. Bare My Bones
3. Kith and Kin
4. Cabin
5. Knives
6. Still Life
7. Caramel
8. Red Gold

Schreibfehler gefunden? Sag uns Bescheid, indem Du den Fehler markierst und Strg + Enter drückst.

Lade mehr ähnliche Artikel
Lade mehr von Sabrina Blaess
  • Thomas Dybdahl

    Thomas Dybdahl – Fever

    Welche kreativen Ergebnisse der Rückzug in das eigene Studie in Stavanger an der Westküste…
  • Mantar

    MANTAR – Grungetown Hooligans II

    Was macht eine spaßbefreite Band, um sich selbst zu bespaßen? Richtig: Eine EP voller Cove…
  • Hermetic Delight

    Hermetic Delight – F.A. Cult

    Nach den drei erfolgreichen EPs Heartbeat (2012), To The Grave To The Rave! (2013) und Vow…
Lade mehr in Alben
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare

Auch Interessant

Thomas Dybdahl – Fever

Welche kreativen Ergebnisse der Rückzug in das eigene Studie in Stavanger an der Westküste…