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Wer von Bruce Hornsby nur seinen inzwischen 33 Jahre zurückliegenden Welt-Erfolg The Way it is kennt, wird positiv überrascht sein, von der gelungenen Mischung aus unterschiedlichsten Stilrichtungen und Einflüssen.

Vö: 12.04.2019ZappoLP kaufen

Für sein neues Album Absolute Zero hat sich Bruce Hornsby im Gegensatz zum introvertierten Vorgänger Rehab Reunion (2016), von Filmmusiken und von Autoren der zeitgenössischen Literatur inspirieren lassen. Als Referenzen werden Don DeLillo und David Foster Wallace genannt, die jeweils zu den schärfsten Beobachter der amerikanischen Seele des 20. bzw. beginnenden 21. Jahrhunderts zähl(t)en.

Zudem wird er von einigen prominenten Gästen unterstützt allen voran die langjährigen Mitstreiter von The Noisemakers aber auch dem Schlagzeuger Sean Carey, den Songwritern und Gitarristen Blake Mills und Rob Moose, der Jazzikone Jack DeJohnette, dem Akustik-Folk-Rock-Trio The Staves und dem New Yorker Kammerensemble yMusic.

Bruce Hornsby hat es auf diesem Album erstmals geschafft in allen Bereichen bisher nicht gekannte Freiheiten zuzulassen. So wurde der Text von Take You There (Misty) vom legendäre Robert Hunter, dem Chef-Lyriker der Grateful Dead, verfasst.

Mit all diesen musikalischen Einflüssen und den drei Produzenten Justin Vernon alias Bon Iver, Tony Berg (Andrew Bird, Public Image Ltd.) und Brad Cook (Sharon Van Etten, Hiss Golden Messenger) ist Absolute Zero ein durchgehend abwechslungsreiches und buntes Album und wahrscheinlich das bisher alleinstehende Gemeinschaftswerk seiner Karriere geworden. Das facettenreiche Album ist ein weiteres Beispiel für Hornsby’s kontinuierliche musikalische Entwicklung und wie er es problemlos schafft, die unterschiedlichsten Musik-Elemente zu leicht hörbaren Klanglandschaften zu verbinden.

Seine prägnante Stimme steht dabei nach wie vor stets im Mittelpunkt aller Song. Schlichte Singer-Songwriter-Parts befinden sich in der Minderheit; stattdessen schiebt sich Hornsby auf genial sichere Weise durch Quasi-Jazz-Nummern wie Fractals, wo sich aus einem virtuos gespielten Klaviermotiv schließlich ein regelrecht tanzbares frühes Highlight des Albums schält. Auch andere Stücke wie The Blinding Light of Dream sind versteckte verspielte Tanznummern mit einem tiefen Kern aus ernsthaftem Anspruch. Andererseits gibt es auch die kargen klaviergetragenen Songs wie Cast Off, sein Duett mit Justin Vernon, oder Never in this House, das an die alten Singer-Songwriter-Stücke von Hornsby anknüpft, die jede Befürchtung widerlegen, das musikalisch Gesamtkonzept könnte überladen klingen.

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Bewertung des Autors Richard Kilian
Zusammenfassung
Bruce Hornsby überrascht und begeistert mit neuen Klangerlebnissen und bleibt doch stets als er selbst wiedererkennbar. Der Crossover von Klassischer Musik über Jazz hin zum radiotauglichen Pop konnte und sollte sicher nicht mit jedem Song gelingen. Entstanden ist ein sehr hörenswertes Gesamtkunstwerk.
4.3
Leser Bewertung 4 ( 1 Bewertungen)
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