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Kennt ihr das Gefühl, wenn in einem Film die Musik so unfassbar schön und packend ist, dass das visuelle Element komplett in den Hintergrund gerät und man sich vollends auf die Musik konzentriert?

Vö: 01.01.2019 Ad21 iTunes CD kaufen

In solchen Momenten besteht bei mir immer die Gefahr, dass ich mich in der Musik verliere und somit fast die Handlung des Films nicht mehr mitbekomme. So in etwa müsst Ihr Euch „Pianette“ von Bruno Sanfilippo vorstellen.

Wie ein Soundtrack zu einem melancholischen Film, den es nie gab. Vom ersten Klang des Pianos ist man gefangen in einer wundersamen Welt und der Komponist versteht es, über knapp 44 Minuten einen Spannungsbogen zu kreieren der jedem Fan der modernen Klassik die Tränen in die Augen treiben wird.

Schönheit und Größe werden hier als gleichberechtigte Zutaten perfekt zusammengeführt.

Der Opener und Titelsong versetzt einen in einen Trance-ähnlichen Zustand – ein Zustand der absoluten Entschleunigung gepaart mit wunderschönen Klaviermelodien die Melancholie atmen, aber niemals depressiv wirken. Leidenschaft und Wehmut werden hier auf schöne Art und Weise vertont. Das darauffolgende „Doll“ entführt einen in eine Märchenwelt – fast wie eine alte Spieluhr werden hier die Melodien auf dem Klavier gespielt. Verträumt und romantisch werden in dem Stück packende Melodien zum Besten gegeben.

Das recht kurze „La Mariposa“ wirkt seltsam verspielt und optimistisch und man wünscht sich es würde noch länger dauern. Bruno Sanfilippos spielerische Qualitäten werden hier absolut deutlich. Kein Ton zu viel und keiner zu wenig – ein perfekter Song.

„Marionette“ hingegen wirkt irgendwie traurig, fragil und mächtig zugleich. In diesem Song wirken die dynamisch gespielten Parts wie eine Welle kurz bevor sie bricht. Mächtig. Das ergreifende „Multicolor“ bleibt sofort im Ohr hängen und überzeugt einen mit weiten Tonfolgen. „Empty Circus“ klingt genau so wie sein Titel und ich stelle mir vor wie ein Clown nach der Vorstellung alleine in der Manege steht. Mit einer Träne im Auge. Das Stück ist wirklich traurig.

Das zerbrechliche „Tin Soldiers“ wirkt in seiner Gelassenheit wie das Ende eines langen Tages. Ruhe kehrt ein und man entspannt.

Einzelne Songs aus diesem Meisterwerk hervorzuheben ergibt eigentlich keinen Sinn – dieses Werk ist dafür gemacht um es an einem Stück genießen zu können.

Es schimmert durchgehend eine Art von Hoffnung durch „Pianette“. Bruno Sanfilippo glänzt auf seinen Stücken sowohl mit seiner Virtuosität als auch mit seinem unglaublichen Gespür für harmonische Melodieführungen. Dabei atmen alle 12 Stücke eine besondere Intimität – der Hörer / die Hörerin scheint fast mit Herrn Sanfilippo im selben Raum zu sitzen. Fans der ruhigen Pianoklänge kommen hier absolut auf ihre Kosten. Erscheinen wird „Pianette“ am 1. Januar 2019 und ist damit das erste Highlight des neuen Jahres. Klare Kaufempfehlung!

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