Die Dresdner Cedric liefern mit ihrem Debutalbum Levity ein rundes und vielversprechendes Werk ab. Darauf mischt das Trio Elemente aus Alternative Rock, Post-Rock, Post-Punk und Noise-Rock und schafft es, einen erfreulich eigenen Sound zu schaffen. Dieser ist insgesamt von der rauher-lärmigen Sorte, wozu auch die etwas dumpfe Produktion beiträgt.

LP kaufen iTunes Vö: 06.04.2018 Undressed Records

Ein manchmal cleanes, manchmal grungig-krachiges, oft treibendes Rhythmusfundament bewegt sich meist im mittleren bis schleppenden Tempo voran. Ausnahmen sind hier das mächtig auf die Bremse tretende, fragile White Sun Silver Sky und das zügigere A Reflection. Vervollständigt wird dies durch eine zweite, seltener bratzige, öfter typisch Post-Rock-ige Gitarre. Eingängige Rhythmen und Melodie-Linien werden immer wieder durch ruhigere, cleane Passagen unterbrochen, das Tempo ändert sich leicht, die Intensivität nimmt zu.

Sehr eigen und völlig untypisch unterstützt wird dies in Stücken wie dem Opener Communion = Hoax und dem schiebenden In The Deep von Blechbläsern, die nicht treibend mit Schmackes, sondern sanft und flächig agieren. Insgesamt herrscht eine melancholische Atmosphäre, die teilweise auch ins Bedrückende, Beklommene umschlägt.

Ebenso maßgeblich hierfür wie gewöhnungsbedürftig ist der Gesang: leidend, mitunter etwas weinerlich, oft höher, oft gequetscht, seltener etwas zornig. Das erinnert dann und wann an Radiohead oder Muse, ohne aber das ganz große Pathos aufzufahren. Es bleibt weniger hymnisch, mit weniger Druck. Nur in Dead Or Alive werden alle Register gezogen. Vom dünnen, hohen Anfang an wird es zunehmend treibend und geht bis zum Kreischen, um dann in einer Art Piratenchor mit Harmonium zu enden. Humor haben sie jedenfalls und dank des rauhen Gesamtsounds und der Melodien wird es nicht nervig.

Ein sehr gelungenes Erstlingswerk, das man jedem empfehlen kann, der Alternative Rock oder Post Rock mag. Man darf gespannt sein, was hier die Zukunft bringt. Gerne noch mehr Stücke mit Bläseranteil!

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