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Den Österreichern von Ceveo ist es gelungen über Albumlänge vollkommen zu überzeugen und ein wirklich interessantes und spannendes Album zu kreieren. Ausfälle kann ich hier wirklich keine entdecken.

Ceveo sind 4 junge Herren aus Linz in Österreich und sie präsentieren uns mit „Eunoia“ ihr aktuelles Album, welches im Dezember vergangenen Jahres erschienen ist. Die Band spielt ihre instrumentale Rockmusik (oder auch Post-Rock genannt) mit einer solchen Hingabe und Perfektion, dass ich mich nach dem ersten Durchlauf ernsthaft frage, warum hier noch kein Label zugegriffen hat.

Der Einstieg in „Eunoia“ gerät mit dem tollen Song „Standard & Pure“ zu einem wahrhaft interessanten Hörerlebnis. In den ersten Sekunden dieses Songs fühlt man sich durch den Basslauf auf äußerst angenehme Art und Weise an Tool erinnert. Die folgenden Melodiebögen und die dazugehörige, äußerst druckvolle Produktion, schaffen eine sehr schöne Atmosphäre die einen sofort in ihren Bann zieht. Vollkommen überraschend kommen gegen Ende des Songs noch geschrieene Vocals hinzu die diesem Song dadurch eine vollkommen neue Richtung geben. Das ist fast schon Post-Metal. Der darauf folgende Song „Mother Fog“ überzeugt durch seinen präzisen Spannungsbogen. Die Herren wissen offenbar ganz genau, wie man dem schon leicht abgenutzten Begriff „Post-Rock“ zu neuem Glanz verhelfen kann. Der Ambient artige Einstieg und der wenig später folgende Ausbruch der Gitarren zeigen deutlich, wie interessant man instrumentale Rock- Musik gestalten kann. Im Leistungskurs „Dynamik“ haben Ceveo auf dem Post-Rock Gymnasium vermutlich sogar die volle Punktzahl eingesackt.

Offensichtlich haben Ceveo häufiger bei Explosions In The Sky, If These Trees Could Talk und Mogwai ihren Nachhilfeunterricht gehabt und dort auch verdammt gut aufgepasst. Der Song „7 mph“ wirkt zu Beginn in seiner wunderbaren Verträumtheit wie ein Ruhepol auf „Eunoia“. Perlende, kristallklare Gitarrenläufe münden in den letzten Sekunden dann aber doch noch in einer kleinen Riff-Orgie und machen diesen Song zu einem Highlight. Den Österreichern von Ceveo ist es gelungen über Albumlänge vollkommen zu überzeugen und ein wirklich interessantes und spannendes Album zu kreieren. Ausfälle kann ich hier wirklich keine entdecken. Gerade weil die Band des öfteren über den Post-Rock Tellerrand blickt, und Elemente aus Prog – , Noise – und Psychedelic – Rock in ihre Musik einarbeitet, ist diese Veröffentlichung irgendwie einzigartig.

Auch wenn sich Ceveo manchmal an den oben genannten Größen des Genres orientieren, besitzen sie dennoch genug Eigenständigkeit und vor allen Dingen hervorragende Songs, um auch in Zukunft zu bestehen. Die sechs Songs auf „Eunoia“ überzeugen mich jedenfalls absolut. Ich würde mich freuen, wenn ich Ceveo einmal live sehen könnte, vielleicht als Support für eine größere Band dieser Musikrichtung. Dann würden wahrscheinlich viele Konzertbesucher nach Ceveo’s Show den Merchstand plündern. Bis dahin, hört einfach mal in dieses gelungene Album rein. Instrumentale Rockmusik kann interessant sein. Ceveo haben das hiermit eindrucksvoll bewiesen.

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