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Gerade einmal ein halbes Jahr nach dem Ende der fast 10-jährigen Kooperation mit Matze Pröllochs als „Me and My Drummer“ hat Charlotte Brandi ihr erstes Solo-Album „The Magician“ bei [PIAS] vorgelegt.

Vö: 15.02.2019PIASiTunesLP kaufen

Ganz im Gegensatz zu den bisherigen musikalischen Fußabdrücken, die eher mystisch, traurig, verzückt, mit viel Tempowechseln, pulsierend und synthesizerlastig inszeniert waren, kommt das Solo-Album mit einer klaren und deutlichen Botschaft daher. Charlotte Brandi verlässt sich auf ihre warme und wandlungsfähige Stimme und überrascht mit emotionalen eindeutig strukturierten Geschichten.

Das funktioniert gut und macht Spaß. Schon beim Hören kann man sich die Künstlerin beim Auftritt vor Publikum vorstellen. Die wunderbar abgestimmte Interaktion mit der vierköpfigen Begleitband ist in jeder Note spürbar. Die meisten Songs sind aufwändig mit hoher Qualität arrangiert und instrumentalisiert, wobei das Klavier stets der Taktgeber für Richtungs- und Stimmungswechsel ist.

Der Einstig mit der vorab ausgekoppelten Single „Veins“ ist nicht ganz glücklich gewählt, da es auf dem Album deutlich stärkere Stücke gibt, die den Hörer schneller mitgenommen hätten. Unabhängig davon, dass es sich um einen schönen Song handelt, hat insbesondere der Beginn keine Single- und Radioverträglichkeit.

Bei den insgesamt 11 Songs wechseln sich emotionale und dynamische Stücke sinnvoll ab, so dass ein konstanter Spannungsbogen das Album lebendig hält. Mein Anspiel-Tipp ist „Defenseless“ bei dem die ganze Bandbreite der Instrumentalisierung zum Tragen kommt. Wenn „My Day in the Cell“ den Marschschritt aufnimmt, schwebt der Hörer buchstäblich über die imaginäre Tanzfläche. Beim Percussions-lastigen „Two Rows“ zeigt Charlotte Brandi die Wandlungsfähigkeit ihrer Stimme und in „Jenny in Spirit“ offenbart sie eine Brüchigkeit und Stärke in der Text-Präsentation, so dass man vergisst, dass sie in Dortmund aufgewachsen ist. Der sicherlich stärkste Song auf dem Album. Mit dem verträumten „A World“ beginnt der langsame Abschied aus dem Album und bringt mit dem semi-akustischen „Where the wind blows“ das schwächste Stück, bevor der Hörer mit „New Lines“ nochmal ein musikalische Linderung erfährt.

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