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Der Däne Kristian Finne Kristensen ist Chorus Grant und legt mehr als fünf Jahre nach seinem Kritikerliebling Space (2014) ein neues Album mit dem Titel Vernacular Music (Einheimische Musik) vor.

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Wie zuletzt erwarten die HörerInnen auch diesmal Miniatur-Geschichten der besonderen Art. An mittelalterliche Lieder erinnernde Stücke, melancholische kleine Lieder und poetische Skizzen, meist sparsam instrumentiert. Kristensens Stimme erinnert angenehm an Jose Gonzales, Damian Jurado oder Gravenhurst. Aber Kristensen traut sich auch zu Kammermusik zu präsentieren, so dass zwei der zwölf Songs (Chamber One und Chamber Two) Instrumentalstücke sind.

Als Opener gibt es das stark an Nick Drake und Elliot Smith erinnernde Kammerstück Hibernation Drill, bei dem ein quälend langsame Violine, ein Vibraphone und die gezupfte Gitarre das Tempo bestimmen. Mit Trommeln beginnt der Song Lives, der als erste Single ausgekoppelt wurde und neben Blockflöte und Synthesizer sehr percussionslastig bleibt. Mit Chamber One folgt der erste Instrumentalsong, der wie ein klassisches Gitarrenstück aufgebaut ist. Die gelegentlichen Bläsereinsätze lassen jazzgeprägte Grundmuster erkennen.

Bei Give it a Name dominiert erstmals der Gesang klar über die Instrumentierung. Der für das Album nicht repräsentative Song hat ein gutes Pop-Tempo und bietet auch schöne Chor-Einsätze. Sicherlich sinnvoll diesen Song aus Verkaufsgründen als zweite Single zu veröffentlichen. Changing forever nimmt die zu Beginn angedeutete mittelalterliche Kammermusik-Verbindung wieder klar auf und bleibt in dieser insgesamt eher düsteren Stimmung. Bei Words like spoon schwirre die Klänge und das klare Fingerpicking der Akustik-Gitarre bestimmt das Tempo gemeinsam mit dem Schlagzeug. Aber auch hier hat man eher den Eindruck einer düsteren Grundstimmung.

Der interessanteste Song des Albums ist zweifellos No Word for the Word, der schön beschwingt aber auch mit elektrischen Einsprenklungen und schönem Chorgesang  daherkommt. Das wäre die richtige erste Single gewesen. Das Stück Ballad oft he Wandering Eye ist ein sehr an Elliot Smith angelehnter Folk-Song, der unzweifelhaft auch durch die langen Instrumentalpassagen zu den besseren Stücken das Albums gehört.

In Grass Snake dominiert das Gitarrenspiel und trägt den Song gemächlich dahin bevor Kristensen nach der Hälfte der Laufzeit mit dem Gesang einsetzt. Eine ruhige Fingerübung mit einem interessanten Violin-Outro, die genau wie der folgende sehr luftigen Song Ship on the Wall dem Album nachhaltig gut tut.

Zum Ausklang des Albums gibt es das schwer zu fassende und angesichts der sich vermischende Stile unstrukturiert wirkende Stück Eudaimonia und das zweite Instrumentalstück Chamber Two.

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Bewertung von Autor Richard Kilian
Zusammenfassung
Ein Album mit 12 Songs, dem im Gesamten etwas der konzeptionelle rote Faden fehlt, so dass ein unharmonischer Eindruck entsteht, obwohl die einzelnen Songs als solche fast durchgehend sehr interessant sind.
3.8
Leser Bewertung 3.55 ( 1 Bewertungen)
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