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Autorin Sabine Miesgang hat im Vorfeld der von uns präsentierten Tour von COLARIS mit Schlagzeuger Julian Steinbach geschrieben.

 

PiN: Ihr beschreibt euren Stil selbst als „Brachialromantik“. Was bedeutet dieser Begriff in Bezug auf eure Musik?

Das ist ein Begriff, den Jessie in den Anfangstagen mal bei einer Probe in die Runde geworfen hat. Ich weiß selbst nicht, wie er darauf gekommen ist, wir fanden das Wort aber irgendwie gut und haben es dann auf unserer damaligen Myspace Seite verwendet. Seltsamerweise ist das dann bei einigen Leuten hängen geblieben, auch wenns nicht so bierernst gemeint war, wie man annehmen könnte … aber schon lustig, dass wir immer wieder darauf angesprochen werden

PiN: Im März steht eine Europa-Tour an. Worauf freut ihr euch besonders?

Wir freuen uns riesig wieder einen Haufen neuer Menschen kennen lernen zu dürfen, besonders da wir ein paar Shows in Ländern beziehungsweise Städten (vor allem Kopenhagen) an Land gezogen haben, die für uns komplettes Neuland sind. Aber auch das Wiedersehen mit alten Bekannten in Kiel, Berlin, Antwerpen und Schoonhoven wird sicher toll!

PiN: Und gibt’s auch unerfreuliche Seiten am Tourleben? Worauf würdet ihr bei der kommenden Tour am liebsten verzichten?

Für mich persönlich ist die unregelmäßige Nahrungsaufnahme auf Tour sehr anstrengend. Man hockt sich ja fast den ganzen Tag im Bus den Arsch platt und bekommt nichts gescheites zwischen die Kiemen. Ich bin da eher so der geregelte „Ein-Uhr-Mittagessen“ Typ! Auf die Equipment-Schlepperei könnte ich auch verzichten, aber das gehört eben dazu.

PiN: Welche besonders prägenden oder schönen Momente habt ihr auf der Bühne bereits erlebt?

Haha, nun es sind leider nicht immer die tollsten Momente die in Erinnerung bleiben. Wenn wir eine grottige Show spielen prägt sich das zumindest bei uns leider auch ein. Gerissene Seiten, spukende Amps und sonstige Sachen passieren nun mal, aber solange man hinterher drüber lachen kann, passt das ja! Für mich persönlich sind immer die Begegnungen nach der Show am schönsten, wenn man mit wildfremden Leuten ins Reden kommt und es sich anfühlt, als würde man sich schon ewig kennen.

PiN: Im März 2012 habt ihr euer Debütalbum „Renewal“ rausgebracht, davor gab’s die EP „The Disclosure“, danach eine Split mit Ampersphere und die EP „Source“. Für wann ist das nächste Album geplant?

Wir sind momentan mitten im Songwriting, ein grober Grundgedanken zum Albumkonzept steht ebenfalls. Dazu sammeln Jessie und ich im Moment noch individuell unsere Ideen, die wir dann irgendwann zusammentragen werden. Ein paar neue Songs werden wir auch auf der Tour live testen! Bezüglich Aufnahmen oder Releasemöglichkeiten steht noch nicht so viel fest. Da wir momentan keinen festen Bassisten haben, können wir da noch nicht all zu weit planen. Wir hoffen aber, dass wir alles nach der Tour in Bewegung bringen können …

PiN: „Renewal“ ist ein sehr persönliches, gefühlvolles Album über die Gedanken eines einzelnen Menschen. Werdet ihr für die Zukunft diesem Konzept treu bleiben?

Persönlich wird unsere Musik immer bleiben, egal wie sehr sich das in einem Konzeptalbum widerspiegelt. Wir werden uns mit dem nächsten Album thematisch allerdings in eine etwas andere Richtung begeben.

PiN: Ihr wart für „Renewal“ nur fünf Tage im Studio und einige Stellen klingen doch sehr roh. Wie zufrieden seid ihr mit dem Ergebnis?

Naja, die Aufnahmezeit für „Renewal“ war schon etwas knapp bemessen, aber Studioaufnahmen kosten eben Geld und das ist nicht in unbegrenztem Ausmaß vorhanden. Jede Studioaufnahme ist ein großer Lernprozess und man findet immer Sachen, die man später besser machen möchte. Wir waren und sind mit dem Ergebnis allerdings recht zufrieden, als „roh“ würde ich es jetzt auch nicht bezeichnen!

PiN: Wie läuft das Songwriting im Hause Colaris ab? Gibt’s einen Hauptsongwriter, oder schreibt ihr alle zusammen?

Unterschiedlich! Viel läuft zusammen im Proberaum ab, Parts die Jessie von daheim mitbringt werden gejammt und es entstehen spontan neue Sachen. Übrigens meiner Meinung nach eine der besten Erfahrungen als Musikmachender, wenn du zusammen spielst und in der Mitte entsteht neue Musik. Insgesamt ist unser Songwriting auf jeden Fall sehr „jammorientiert“.

PiN: Und unvermeidlich am Schluss: Wenn ihr nur drei Platten im Bus mit auf Tour nehmen könntet, welche wären das?

Wie immer sehr schwer. Aber im Prinzip braucht man nur einen Song: Ozzy Osbourne – Crazy Train … dann läufts

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