Obacht! Courtney Barnett meldet sich mit ihrem 2. Album, „Tell Me How You Really Feel” zurück.

Vö: 18.05.2018 Marathon Artists iTunes LP kaufen

Ab dem 18.05.2018 bei Marathon Artists, Barnetts eigenem Label Milk! Records und via Kobalt/Rough Trade, gibt es 10 neue Stücke zu hören. Ich hab mich vorab aufs Sofa gelegt und schreibe was ich „really” über das Album denke.

Seit 2013 sollte Courtney Barnett eigentlich auf den Listen aller Freunde der guten und einigermaßen gemäßigten Gitarrenmusik stehen.

„A Sea Of Split Peas“ kam da als Doppel-EP raus und war nicht weniger als sehr beachtlich. Zumal auch aus dem Nichts kommend. Wer möchte, kann diese Veröffentlichung auch bis jetzt noch als die beste aus Barnetts Feder sehen – ich würde kaum widersprechen.

Courtney Barnett hat einen Teil, ihren Teil der Gitarrenmusik „privatisiert“ – und es geht hier nicht um VWL. Barnetts Musik ist höchstpersönlich. Schon immer. Hier werden nicht exponentiell verträumte Metaphern von irgendwo aus dem Äther aufgeschichtet. Vielmehr wird Alltagskomik und -Tragik besungen, die bei vielen von uns selbst so stattfinden kann – „Tell Me How You Really Feel“.

„City Looks Pretty“ ist der offensichtliche Hit, zurecht auch.

Aus der Reihe fallen für mich aber auch „Charity“, „Nameless, faceless“ und „Walking On Eggshells“. Mit einem wahrlichen Braten, „Sunday Roast“, schließt Barnett das Album und man fühlt sich bereit für das letzte Getränk und/oder die letzte Zigarette im engen Kreis. Dabei sitzt man irgendwo anders und anonym, aber war über die rund 32 Minuten Spielzeit irgendwie gefühlt in einem Wohnzimmer und an einem Esstisch, ganz privat.

Courtney Barnett bringt mit „Tell Me How You Really Feel“ einen mindestens sehr starken Langspieler. Die Australierin hat stets und auch hier ihren Grundton bewahrt – diesen über die Jahre auch verfeinert. Thematisch weiter nach innen gekehrt als das 2015er Debüt „Sometimes I Sit and Think and Sometimes I Just Sit“ aber auch in sich stimmiger ist „Tell Me How You Really Feel“ für mich als bestes Album zu bewerten, solange man die Doppel-EP nicht als Album sieht.

This CD sounds pretty und ich gebe 8,5 aus 10 echten Gefühlen.

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