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Die drastischen Sparmaßnahmen der Stadt Solingen fordern ein weiteres Opfer, diesmal hat es den bekannten und beliebten Kulturverein „Cow Club“ getroffen.

Siehe hierzu auch den dazugehörigen Pressetext:

30 Jahre Cow Club – es ist vorbei!

Diese Schlagzeile will in Solingen niemand lesen – und doch könnte sie schon sehr bald wahr werden. Der Grund: Der sowieso schon sehr geringe städtische Zuschuss (zuletzt 5.290,08 Euro) für die Arbeit unseres Kulturvereins ist nach diversen Kürzungen im Laufe der letzten Jahre laut Bescheid vom 26.01.2015 für dieses Jahr ersatzlos gestrichen worden. Der ehrenamtlichen Arbeit von über 50 Jugendlichen, jungen und jung gebliebenen Erwachsenen wird somit die finanzielle Basis für die Bereicherung des kulturellen Lebens in Solingen entzogen.

Mindestens 60.000 Besucher hat der Cow Club in den letzten 30 Jahren mit seinen Konzerten erreicht. Hier begannen Bandkarrieren, Musikerlebensläufe nahmen hier ihren Ausgang, Menschen trafen sich, fanden zusammen. Damit könnte dieses Jahr Schluss sein. Die Schlagzeile könnte sich bewahrheiten. Jahrelangem ehrenamtlichem Engagement wird so der Boden entzogen, und dabei wird die Politik nicht müde zu betonen, für wie wichtig sie solches hält!

Fixkosten für die Miete des Vereinsbüros („Cow Club Wohnzimmer“, Düsseldorfer Str., Ohligs), Internetkosten, Wartung der vielen Bands unentgeltlich zur Verfügung gestellten Ton- und Lichttechnik, GEMA-Gebühren, etc. – all diese laufenden Kosten können ohne den Zuschuss nicht mehr gedeckt werden, der Verein ist ohne diese Mittel am Ende. Vom Verlust für die in Sachen Jugendkultur sowieso nicht besonders gut aufgestellte Solinger Kulturlandschaft, welche die Veranstaltungen des Cow Club von jeher bereichert haben, ganz zu schweigen.

Dabei formuliert die Stadt Solingen selbst laut Informationsvorlage (Vorlagen-Nr. 3277 vom 28.10.2013):

„Wir werden zusätzliche Freizeitangebote für Jugendliche schaffen und mehr interessante kulturelle Veranstaltungen anbieten (…) Kinder und Jugendliche in die Planung von Projekten und Vorhaben noch stärker einbinden (…) und Jugendliche frühzeitig an kulturelle Angebote heran führen.“

Mit diesem Anspruch ist nach Meinung des Cow Club die komplette Zuschusskürzung völlig unvereinbar. Solingen muss als Stadt gerade auch für junge Menschen interessant und lebenswert sein bleiben, eine weitere Abwanderung in die kulturell viel attraktiveren Städte Düsseldorf und Köln verhindert werden. Und: billiger als durch ehrenamtliches Engagement von Rock- und Popkulturbegeisterten kann die Stadt ihren postulierten Anspruch kaum erfüllen!

Der Cow Club, auf den der stadtbekannte Slogan „Rockcity No. 1“ zurückgeht wurde durch den plötzlich eingestellten Zuschuss sprichwörtlich ins kalte Wasser geworfen, geplante Veranstaltungen in Cobra, „Wohnzimmer“, Getaway sowie Waldmeister stehen auf der Kippe bzw. mussten bereits abgesagt werden.

Dabei hatte der Verein im Jubiläumsjahr einiges vor: Konzerte, Lesungen, Comedy, kostenlose Vermietung von Musiker-Equipment, Proberaum- & Musikervermittlung sowie umfangreiche Workshops für junge Musiker und Musikbegeisterte stehen (bzw. standen) auf der Agenda für 2015. Ebenso haben sich die Vereinsmitglieder auf spannende Kooperationen wie beispielsweise mit dem geplanten Proberaumhaus in der Nordstadt gefreut.

Eine Kompensation der weggefallenen städtischen Mittel durch privates Sponsoring oder privates Engagement seitens der Mitglieder ist in dieser Höhe keinesfalls möglich. Wie geht es also weiter nach 30 Jahren Cow Club? Nach aktuellem Stand muss der Vorstand in Kürze sämtliche Verträge kündigen, der Verein wäre im Jubiläumsjahr am Ende – und Solingen ein ganzes Stück langweiliger. Dies ist für den Cow Club e.V. unvorstellbar.

Diese Kürzungspolitik ist in Solingen nichts Neues, bereits letztes Jahr standen unter Anderem die Fauna, das Heidebad und das Hallenbad Vogelsang aufgrund des Wegfalls des Zuschusses kurz vor der Schliessung, konnte aber durch eine Abstimmung in der Ratssitzung noch verhindert werden.

Die Empörung über den Wegfall finanzieller Unterstützung bei einem nahezu mickrigen Betrag von knapp 5300 € ist groß, und auch der „Cow Club“ selbst möchte weitermachen, kann die finanziellen Mittel aber nicht alleine stemmen. Zu diesem Zweck wurde bereits einen Spendenaufruf gestartet. Wer weiterhin die kulturelle Vielfalt in Solingen erhalten möchte, sollte www.cowclub.de besuchen und dort über das PayPal-Konto einen Betrag spenden, es gibt keine Mindestgrenze für den Spendenbetrag.

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