CD & LP Börse auf Pretty in Noise

„Vitriola“, so der Name des Nachfolgers „I Am Gemini“ von 2012, erscheint am 5. Oktober auf „Big Scary Monsters“.


Laut Songwriter und Frontman Tim Kasher soll es musikalisch an das 2000er Album „Domestica“ oder auch an das 2003 erschienene Album „The Ugly Organ“ anknüpfen.

Frankly, we all want to scream, ‚F*** you.‘
Those lyrics are so easy to write.

– Tim Kasher

Pressemitteilung:
Schon seit über zwei Jahrzehnten sind CURSIVE nun bekannt dafür, smarte, eng verwobene Konzeptalben zu schreiben, in denen Frontmann Tim Kasher seinen unnachgiebigen Blick auf bestimmte, oft herausfordernde Themen richtet und sie mit einer brutalen Ehrlichkeit erkundet. 2000 lernte er in „Domestica“ mit seiner Scheidung umzugehen; 2003 erforschte „The Ugly Organ“ Kunst, Sex und Beziehungen; „Happy Hollow“ nagelte 2006 organisierte Religion ans Kreuz; 2009 kämpfte Kasher auf „Mama, I’m Swollen“ mit dem Zustand der Menschlichkeit und sozialer Moral; und ihr letztes Album „I Am Gemini“ handelte von dem Kampf zwischen Gut und Böse. Aber das bemerkenswerte achte Studioalbum der Band, „Vitriola“, erforderte eine andere Herangehensweise – eine weniger streng thematische und zugänglichere, da die Band diesmal mit Existenzialismus kämpft, der in Richtung Nihilismus und Verzweiflung abwandert; die Art und Weise, wie die Gesellschaft, ähnlich wie ein Schriftsteller, schafft und zerstört; und eine sich weiter nähende Dystopie, die sich unheimlich nah anfühlt.

CURSIVE haben im Laufe der Zeit ein natürliches Release-Modell entwickelt und veröffentlichen mittlerweile alle drei Jahre ein neues Album, jedoch nicht aus Verpflichtung, sondern viel mehr aus einem inneren Bedürfnis heraus, aber immer mit der Einstellung, dass jedes Album ihr letztes sein könnte. 2015 kam und ging, doch von CURSIVE hörte man nichts. Die wohl längste Pause ihrer Karriere. Doch die Mitglieder waren alle weiterhin aktiv und so veröffentlichte Kasher diverse Soloalben und einen Film (den vom ihm geschriebenen und inszenierten Film No Resolution) und die anderen leiteten ein Geschäft (die Band besitzt und betreibt gemeinsam eine von Omahas wichtigsten Bars/Clubs O’Leaver’s). Die Band startete sogar ihr eigenes Label 15 Passangers, das ihren remasterten Backkatalog vertreibt, sowie neue Alben von Kasher, Campdogzz, David Bazan und Sean Lane veröffentlichten. Und wie viele andere sind die Bandmitglieder in den unausweichlichen Zustand der Verwirrung und Instabilität geraten, der ihr Heimatland zurzeit plagt und mit jedem Tag chaotischer zu werden scheint.

Was uns ins Jahr 2018 und somit zu „Vitriola“ bringt. Zum ersten Mal seit „Happy Hollow“ vereinigt das neue Album Kasher, Gitarrist und Sänger Ted Stevens und Bassist Matt Maginn mit Gründungsmitglied und Schlagzeuger Clint Schnase, sowie Co-Produzent Mike Mogis (Bright Eyes, M. Ward, Jenny Lewis), der das Album gemeinsam mit der Band im ARC Studio in Omaha aufgenommen hat. Dazu stoßen wieder Patrick Newbery am Keyboard (der schon seit einigen Jahren ein vollwertiges Mitglied der Band ist) und Megan Siebe am Cello. Schnase und Maginn sind in einer außergewöhnlichen Verfassung und machen mit ihren markerschütternden Bässen und Toms genau da weiter, wo sie aufgehört haben und bilden das Gerüst für Kashers und Stevens ineinandergreifende Gitarren und Newberys und Siebes cineastische Verzierungen. Das neue Album präsentiert eine klangliche Bandbreite zwischen satten, nachhallenden Melodien, hitchcockartiger Angst und explosiver Katharsis – und kein CURSIVE-Album wäre komplett ohne schreiende Singalong-Melodien und Texte, die nach genauer Betrachtung, zu ungewöhnliche Hymnen werden.

Es gibt ein spürbares Unbehagen, das sich unter Vitriolas kochenden Requien ansammelt. Der feurige Opener „Free to Be or Not To Be You and Me“ spiegelt den Kern des Albums wider: eine Suche nach Bedeutung, die immer wieder ins Leere läuft und den Willen, trotz der Angst vor einer dunklen Zukunft weiterzumachen. Das Album lenkt Frustration und Wut nicht nur auf die moderne Gesellschaft und das gesamte Universum, sondern auch auf uns selbst. Auf „Under The Rainbow“ kocht Unruhe in Wut über, die die Selbstzufriedenheit der privilegierten Klassen anklagt; und „Noble Soldier / Dystopian Lament“ ist ein eindringlicher Blick auf einen möglichen gesellschaftlichen Kollaps, der wenig Hoffnung bietet, aber versucht Schönheit und Schrecken auf dem Kopf einer Nadel auszubalancieren.

Am Ende wirft „Vitriola“ eine schonungslose Frage auf: Ist das alles? Ist einfach alles kaputt an das wir glauben und lässt uns hoffnungslos und nihilistisch zurück? Vielleicht nicht. Vielleicht gibt es noch ein wenig Zuversicht im Mitgefühl der Menschen, dass das Album zutiefst nachvollziehbar macht. CURSIVE liefern vielleicht nicht die Antworten, doch die Gewissheit, dass Du nicht alleine in diesem Chaos bist und das spendet immerhin ein wenig Hoffnung.

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Vitriola Tracklist:
1. Free to be or not to be you and me
2. Pick up the pieces
3. It’s gonna hurt
4. Under the rainbow
5. Remorse
6. Ouroboros
7. Everending
8. Ghost writer
9. Life savings
10. Noble soldier/dystopian lament

Cursive
Vitriola Cover Art
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