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Mit Daniel Thornes Debütalbum schenkt uns die Musik-Schmiede „Erased Tapes“ ein Stückchen zeitlosen Avantgardismus.

Vö: 15.03.2019Erased TapesLP kaufen

Wer es heutzutage nicht mehr erträgt das Radio einzuschalten, wer auf anspruchsvolle, aber dennoch gut hörbare Musik steht und wer auf der Suche nach genreübergreifenden Künstlern ist, der weiß, dass er beim Artist-Pool des Londoner Plattenlabels „Erased Tapes“ immer etwas Passendes findet.

Bekannte Künstler sind zum Beispiel Nils Frahm, Rival Consoles oder A Winged Victory for the Sullen.
Das Solo-Debüt „Lines of Sight“ von Daniel Thornes reiht sich hier perfekt ein und ergänzt die Palette mit einem fast schon revolutionärem Soundspektrum.

Nach eigenen Angaben beschränkte sich der gebürtige Australier und nun in Liverpool lebende Musiker beim Produzieren und Recorden auf nur vier Spuren pro Track. Umso erstaunlicher, dass die Songs zum Einen das Klangspektrum fast vollständig ausfüllen und so eine große musikalische Weite erzeugen. Zum Anderen rufen sie Assoziationen zu vielen Künstlern über mehrere Musikepochen hervor. Vangelis, Jean Michael Jarre und die ambienten Produktionen von Aphex Twin kommen einen in den Sinn, ebenso wie Sigur Rós und Tomáš Dvořák, besser bekannt als Floex.

Die Scheibe mit einer Laufzeit von fast 40 Minuten umfasst leider nur sechs Titel.

Allerdings ist keiner davon kürzer als eine zwölftel Stunde. Zudem erschafft das komplexe und intelligente Songwriting, welches nur schwer vorhersehbar ist, das Gefühl, deutlich mehr Songs gehört zu haben. Abrupte Breaks, Rhythmuswechsel und mehrere Stimmungswechsel tragen ihren Teil ebenfalls dazu bei.

Gefühlt besteht das ganze Album mindestens zur Hälfte aus Saxophon-Klängen, die unkonventionell eingesetzt werden, oft an synthetische Arpeggiator erinnern und gar nicht mehr viel mit Jazz zu tun haben.

Das komplette Werk kommt außerdem gänzlich ohne Drums oder Percussions aus. Was bei Tracks wie zum Beispiel „Fear of Floating” etwas schade ist, da damit vielleicht noch mehr Dynamik und Dramatik hätte erzeugt werden können. Aber ein Schlagzeug allein beansprucht ja schon mindestens 5 Aufnahmespuren. Das kam also daher wohl nicht in Frage.

Ich freue mich auf jeden Fall auf weitere Veröffentlichungen und bin gespannt was passiert, wenn die Spurenbegrenzung aufgehoben wird. Könnte phänomenal werden.

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Bewertung des Autors
Zusammenfassung
Lines of Sight ist nichts was man einfach nebenbei hört. Mit jedem Durchhören entdeckt man neue Facetten und instrumentale Spielereien auf der Scheibe. Anspruchsvolle Avantgarde die nicht anstrengt.
4.3
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