Mit ihren dritten Album Fish Pond Fish hat sich das aus Boston stammende Quartett Darlingside endgültig zu den legitimen Erben von Crosby, Stills und Nash erhoben. Klassisches Songwriting, akustische Gitarren und mehrstimmiger Harmoniegesang prägen auch diesen Longplayer.

Nach den von Kritikern und Publikum sehr positiv ausgenommenen Alben Birds Say (2015) und Extralife (2018) kommt mit dem neuen Album und seinen 11 Songs frischer Wind in die Folk-Scene und aus dem anfänglichen Geheimtipp wird immer mehr eine genreprägende Band, die sich für das aktuelle Album mit dem renommierten und Grammy-gekrönten Produzenten Peter Katis (Interpol, The National) zusammengetan hat. Die Aufnahmen zum Album entstanden in Katis Tarquin Studios in Bridgeport, Connecticut.

Das Album ist eine Sammlung von Naturgeschichten und das spiegelt sich auch in den Song-Titeln. Ocean Bed, Green + Evergreen, Mountain + Sea und Crystal Caving sind schöne Metaphern für wunderbare Stimmungen.

Als Opener gibt es den sehr kurzen Choral Woolgathering, der die Stimmung des ganzen Albums auf 46 Sekunden komprimiert bevor der zweite Track Crystal Caving beginnt. Hier gibt es bereits den ersten musikalischen und lyrischen Höhepunkt des Albums und man fühlt sich wohlig umschlungen durch den raumgreifenden Harmoniegesang der Band. Das sind Crosby, Stills und Nash in modern mit der Technik des 21. Jahrtausends. Man könnte aber genauso gut die Fleet Foxes als Vergleich benennen.

Ocean Bed kann das Niveau des vorherigen Songs gut halten und hat einen Hauch von America als Farbtupfer mit einzubringen. Starke Gesangspassagen und passende Instrumentierung tragen den Song problemlos über die 4 Minutenlinie. Der folgende Track Keep coming home ist die minimalistische Ausgabe des bisher gehörten. Akustikgitarre und Fidel ansonsten nur Gesang. Ein schönes Innehalten und eine drastische Reduzierung der Geschwindigkeit.

Beim nächsten Song Green + Evergreen sind es Mandoline und Banjo, die hervortreten und dem sehr pastoralen Song, der auch als Single ausgekoppelt wurde, eine besondere Note geben. Hier geht es musikalisch etwas weg von Crosby, Stills und Nash und man denkt unweigerlich an Grizzly Bear oder Iron & Wine. Der möglicherweise beste Song auf dem Album.

Der Track Time will be kann genauso gefallen wie February/Stars, handwerklich wunderbar gemachte Folksongs, die nahe am Pop sind und die HörerInnen gekonnt mit schönen Arrangements und Gesangsparts mitnehmen.

Das akustische Stück Denver nimmt im letzten Drittel des Albums nochmal das Tempo raus und ist ein Seelenschmeichler an trüben Herbsttagen. Paul Simon hat hier beim Songwriting unverkennbar Pate gestanden.

Die Tracks Mountain + Sea und See you change sind gut gemachte Folksongs mit dem gewissen Sehnsuchtsfaktor, der von weite und Freiheit erzählt und die HörerInnen in neue Welten entführen will. Insbesondere See you change ist ein wunderbar tiefgründiger und berührender Song.

Der finale Song auf dem Album ist A Light on in the Dark und bündelt nochmals die Qualitäten des Quartetts. Schwebende Harmoniegesänge und eine angepasste zurückgenommene Instrumentierung. Das macht Spaß auf hoffentlich bald mehr.

Das dritte Album von Darlingside ist von Anfang bis Ende ein Genuss und sollte dieses Jahr bei möglichst vielen im Plattenregal stehen oder als Geschenk verpackt unter dem Weihnachtsbaum liegen. Das hat sich die Band aus Boston mit 11 wunderbaren Songs verdient.

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