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Top 10 Releases

1. Laibach – Spectre
Sieben Jahre nach dem letzten regulären LAIBACH-Album „Volk“ wieder teilweise deutliche und manchmal kryptische Statements zur (politischen) Weltlage, zusammengehalten durch moderne, leicht retrospektive Musik, verfeinert mit spannenden Videos und tollen Konzerten.

2. Mogwai – Rave Tapes
Zuverlässig gut und seit Bandbeginn immer besser bei musikalischer Radiuserweiterung, dennoch meist nach wenigen Tönen erkennbar: das sind MOGWAI. Wie sie es hinbekommen, dass ihre Musik so viel Tiefe und Stärke besitzt, frei von Plattitüden ist, durchaus auch als Ambient durchgeht, dabei aber keinesfalls seicht oder nach Dudelmusik klingt, sondern zum Ohren spitzen einlädt, wird für immer ihr Geheimnis bleiben.

3. Swans – To be kind
Nach dem Comeback-Monolithen „The Seer“ legen die SWANS kaum zwei Jahre später nach: „To be kind“ ist selbstverständlich nicht „kind“ oder nett, genau so wenig wie das zum Fürchten dreinschauende Balg auf dem Cover und genau so wenig wie Schwäne, die zwar schön aussehen, aber so richtig fies sind. „To be kind“ gefällt mit leicht strapaziöser und genialer hypnotischer, tiefenunentspannter Anti-Rock-Musik bei gleichzeitiger – wenigstens teilweiser – Bekuschelung der Gehörgänge.

4. Alexandre Desplat – Grand Budapest Hotel
Die leicht durchgedreht wirkende Zuckerbäcker-Musik zum ebenso gestalteten Film. Aus Neoklassik, Ambient und relativ klischeebeladenem Europa-Mischmasch (wie eventuell Japaner oder Amerikaner den Kontinent sehen) wird ein atemloser Budenzauber gestrickt, der in jedem Moment zu Wes Andersons genialem Movie passt und insbesondere die Story von Sympathieträger Moustafa umgarnt. Bei diesem Album gibt’s vermutlich als Reaktion lediglich „Like“ oder „Dislike“ und nichts dazwischen.

5. Erasure – Violet Flame
Eventuell stehe ich mit der Behauptung, Vince Clarke und Andy Bell seien coole Säue, fast alleine auf weiter Flur. Aber „Violet Flame“ ist nicht nur eine Perlenkette ausnahmslos großartiger Hits, sondern (steile These!) das beste ERASURE-Album seit mindestens zwanzig Jahren. Weitere Pluspunkte: das treue Verbleiben bei Mute (Label-Mates von SWANS und LAIBACH) trotz etlicher „Industrie“-Angebote – sowie soziales Engagement, welches nicht nur aus Kohle spendieren, sondern auch aus direkten Aktionen besteht.
http://soundcloud.com/erasureinfo/sets/erasure-the-violet-flame

6. Slipknot – .5: The Gray Chapter
Wumms! Nach dem etwas rockistischen „All hope is gone“ auch ohne den verstorbenen Namenspaten Paul Gray ein Brecher, musikalisch angesiedelt zwischen Anfangs- und Mittelphase von SLIPKNOT (das Beste von „Iowa“ und „The Subliminal Verses“), geadelt durch Sound-Experimente wie Samples und Scratching. Auch für Erwachsene ein tadelloses Hörvergnügen…

7. La Roux – Trouble in Paradise
Wie die vor einigen Jahren stattgefundene erste Tour von LA ROUX durch ihren wohl so gewollten etwas schiefen und rumpeligen, nicht perfekten digitalen Sound erahnen ließ, hat Eleanor Jackson auf ihrem laaange auf sich warten lassenden Zweitwerk diesen Sound untergebracht und verfeinert, dieses Mal ohne heimliches zweites Bandmitglied. Liebe, Gesellschaft, Politik, Sex und nochmal Liebe aus der Sicht einer britischen Mittzwanzigerin mit ambivalent wirkender sexueller Orientierung. So schön wie hier waren die echten Achtziger selten.

8. Esben and the witch – A new nature
Nach dem etwas zerfahrenen zweiten Album sind Konzept und Sound nicht zuletzt durch Produzent Steve Albini fokussierter. Trotzdem ufert das Werk an allen Ecken und Enden erfreulich spannend aus und findet an den richtigen Momenten zu einer schwarzen, energetischen, klar strukturierten und zeitweise knochentrockenen Linie zurück.

9. Guided by Voices – Cool Planet
Nach der erfreulichen 2011er Wiederbelebung der Underground-Slacker-Role-Model-Band, welche in Dennis Coopers genialem Roman „Guide“ (auf Deutsch „Fort“) gekrönt wird, sowie Alben in schnellerem Takt als die Berliner S-Bahn (und selbstverständlich in höherer Qualität), gab es kurz vor der neuen Auflösung im Jahr 2014 das gewohnt gute Album „Cool Planet“. Vielleicht erscheint später als Trostpreis mal wieder ein Koffer mit unveröffentlichtem Zeug aus der Relaunch-Phase.

10. Bob Mould – Beauty and Ruin
Tolles Songwriting mit musikalischer Weiterorientierung sowie Verneigung vor seiner ehemaligen Band HÜSKER DÜ. Hauptinspiration für „Beauty and Ruin“ ist der Tod von Herrn Moulds Vater (2012), was ihn nicht daran hindert, ein paar der betörendsten Melodien seiner Karriere („Kid with crooked face“ oder „Hey Mister Grey“) rauszuhauen. Auf dem Cover ist Bob Mould als Jungspund und als älterer, bärtiger Herr zu sehen. Alterswerk? Mitnichten. Punkrock wirkt auf diese Weise eher wie’n Jungbrunnen.

Konzerte:

1. Laibach, Volksbühne, Berlin, 07.04.2014
Ein Sitzkonzert im Theater und dann auch noch super Plätze (Vorne-Mitte). Beim neuen…ähm…Gassenhauer „The Whistleblower“ hält es das Publikum nicht mehr auf den Stühlen.

2. Swans, Berghain, Berlin, 21.10.2014
Der berühmte Techno-Tempel bedeutet aufgrund des großartigen Sounds und der tollen Musik generell eine krasse körperliche Erfahrung. Beim zweieinhalbstündigen, brachialen SWANS-Konzert ist das nicht anders.

3. Woodkid, Berlin Festival Arena, 07.09.2014
Frisur, Bart und die Sprüche Richtung Publikum vom Herrn Lemoine sind genau so perfekt wie das vierzehnköpfige Orchester und die Visuals.

4. Nine Inch Nails, Zitadelle Spandau, Berlin, 15.05.2014
Wenn Nine Inch Nails uns beehren, stehe ich zwei Stunden regungslos an einer Stelle und traue mich, vor Ehrfurcht kaum zu atmen. Dieses Mal ist der Grösste-Hits-Pott-Püree mal wieder besonders gut gelungen.

5. Mogwai, Tempodrom, Berlin, 06.02.2014
Back to the basics: ohne Show und ohne Visuals präsentieren unsere Lieblingsschotten „Rave Tapes“ und natürlich ältere Klassiker. Dieses Mal in einer Lautstärke, dass uns fast die Ohren abfallen, während „interessanter“ Kräuterduft durch die Halle schwebt.

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