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2019 ist fast fertig, die 10er sind fast fertig.

Im zu Ende gehenden Jahrzehnt hat sich zu viel verändert, zu viele Genres sind gekommen, geblieben, gegangen, verweht und verdammt worden, als dass eine Dekadenliste irgendwie sinnvoll wäre.

Eine einheitliche Jahresliste gibt es von mir dieses Jahr aber nicht. Zu wichtig waren Alben in zu unterschiedlichen Genres. Äpfel und Birnen und so. Man könnte das eher eine Genre-Highlight-Liste nennen. 2019 war außerdem ein sehr volles Jahr, wo ich noch gar nicht zu allen Alben und Acts gekommen bin, zum Beispiel: Elbow, Angel Olsen, Tyler, the Creator, 100 gecs, Thom Yorke. Kommt aber noch, versprochen. Und alles andere, was mir gerade nicht einfällt.

Pop

„Goddamn, man-child – You fucked me so good that I almost said I love you“ – wie viel Geschichte passen bitte in zwei Zeilen Songtext? Um Norman Fucking Rockwell von Lana Del Rey kam man schwer herum dieses Jahr, nicht nur wegen der Texte, auch und vor allem um die Songs selbst auf dem sechsten Studioalbum Del Reys, die sie mit Indiepop-Darling Jack Antonoff schrieb und produzierte, waren eine Offenbarung. Die Alben von Charli XCX (Charli) und Carly Rae Jebsen (Dedicated) gehören alle auch zu den besseren, beziehungsweise besten der jeweiligen Künstlerin. Deutschpop? Mine.

Soul

2019 ist das Jahr von Lizzo, spätestens wer die Feel-Good-Messen, die Lizzos Konzerte sind, miterlebt hat, mit dieser Stimme und Energie (und Querflöte!) wird zum Lizzbian (so nennt sie ihre Fans). Auf Cuz I Love you spürt man diese Energie an allen Ecken.

FKA Twigs wiederum baut sich Stück für Stück, Album für Album, ein ganz eigenes, düster funkelndes Klanguniversum auf, dem man sich schwer entziehen kann. Genauso wenig wie dem Sog von LEGACY! LEGACY! von Jamila Woods. Zusammen mit dem Dark-Soul-Meisterwerk H.E.R. der gleichnamigen Künstlerin, das Ende 2017 erschien, ist LEGACY! LEGACY! das dringlichste, eindringlichste Soulalbum der letzten Jahre. Gänsehaut, Mitleid, Mitleiden über 13 Songs. 

HipHop Deutsch

Was ein Jahr für den sonst so vom Lelele-Karibik-Trap geplagten Deutschrap. Fulminant eröffnet mit Ypsilon von Yassin und dem Übersong Abendland, grandios in die Depression gefallen mit Tuas Album Tua, anerkennend mitgenickt und geschmachtet mit Bei Dir auf Kummers KIOX und dann alles, aber wirklich alles niedergebrannt und kaputt gemosht mit Geist. Was bitte soll denn nach dem alles zerstörenden Feuersturm von OG Keemo und Funkvater Frank noch kommen? Hoffentlich eine ähnlich brutale Platte einer Rapperin.

HipHop International

Nach den mauen Alben von Kanye, Drake und Chance The Rapper hat es für mich There Existed an Addiction to Blood von Clipping. gerettet. Aufhängen, abhängen, aufwühlen, abkühlen, ausrasten, einrollen – alles drin in der Wundertüte.

Elektro/Techno

Auch hier wurde das Jahr mit Alben von HVOB und Apparat derart fulminant eröffnet, das das schwer zu übertreffen war. Rocco von HVOB webt ein so dichtes Gewand an Atmosphäre und Klangästhetik, dass es einem die Kehle zuschnürt. Auf Albumlänge. Und was Sascha Ring aka Apparat auf seiner LP5 musikalisch wie stimmlich hinlegt ist sowieso eine Liga für sich.

Rock

In der lauten Gitarrenmusik wird es ruhiger. Releases vieler großer und gestandener Bands wie Tool, Korn, Slipknot oder Rammstein gab es dieses Jahr. Allesamt nicht schlecht, allesamt aber auch nicht die Neuerfindung, keiner kam so richtig aus dem Knick. Wirklich gut, wirklich neu waren andere, zum Beispiel The Amazons. Vom ungünstigen Bandnamen bloß nicht ablenken lassen. Ihr Future Dust schafft den seltenen Spagat zwischen Garage und Stadion bravurös. Noch etwas garagiger, britpoppiger ist das Debütalbum von Adult Magic. Das kratzt genau richtig.

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