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Der Sandmann – Schlafpuder mit „Adrenalin“ gestreckt!

Viel ist über den Sandmann nicht wirklich bekannt. Seine EP ist dem Genre „Singer-/Songwriter“ zuzuordnen, warum er sich jedoch nach einer Kinderfigur benannt hat, wird wohl sein Geheimnis bleiben, solange er nur so spärliche Informationen über sich säht. Dennoch passt der Name ganz gut zu der ruhigen und gediegenen Klangfarbe der EP. Auf seinem Debüt „Adrenalin“ probiert sich der Mann mit fünf melancholischen Songs als Singer-/Songwriter.

Er geht sein Projekt also ruhig an und verwendet in allen Songs nur seine Akustikgitarre, die meist gezupft wird, selten nur härter angeschlagen. Seine Stimme ist zwar immer ruhig, gelassen und relativ emotionslos, verleiht den verträumten Songs aber eine rauhere Attitüde und bringt ein wenig frische in den Sound. Ebenso ergeht es den Texten, die nicht schlecht sind, aber bei genauerer Betrachtung nicht wirklich Tiefgang haben und in allen fünf Tracks die gleichen Themen behandeln – Liebe, Schmerz und Vergessen. Letztendlich verzichtet der Sandmann auch auf Tempowechsel, was den Songs einen verträumten, aber teilweise auch langweilenden Anstrich verpasst. So reduziert sich der Künstler auf das Wesentliche: Mann und Gitarre. Keine Effekthascherei, keine Uptempo-Drums und keine Überraschungen.

Das reicht, um den fünf Liedern eine melancholisch-romantische Athmosphäre einzuhauchen und so eröffnet er sein Debüt mit dem gleichnamigen Song „Adrenalin“, der auch gleichzeitig der stärkste Song ist. Während sich die Spannung der Melodie langsam aufbaut, erzählt erdie Geschichte über Warten, Erinnerung und Vergessen. Das zieht sich dann auch durch die weiteren Songs, die allesamt von einem fast erdrückenden Schwermut getragen werden. Der Sandmann ist auf einer musikalischen Reise auf der Suche nach dem Sinn.

Insgesamt ist es aber ein gelungenes, wenn auch ausbaufähiges Debüt eines unbekannten Künstlers, der wohl gerne unerkannt bleiben mag. Um die originale Kinderfigur zu zitieren:

Sandmann, lieber Sandmann, es ist noch nicht soweit … du hast gewiss noch Zeit.

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