In der ersten Woche wurden 154.000 Exemplare von “Black Panther: The Album” verkauft. Warum bricht der Soundtrack Verkaufsrekorde?


Es stimmt: Der Ton macht die Musik. Viele behaupten, Soundtracks seien nur ein weiteres nützliches Nebenprodukt, um aus einer beliebten Idee, aus der sich ein ganzer Film entwickelt hat, den maximalen Gewinn herauszuholen. Aber eigentlich steckt viel mehr dahinter. Soundtracks helfen dabei, den Ton, die Stimmung des Motivs und vieles mehr herüberzubringen. Sie sind auch nicht länger an die Filmmusik gebunden. Im Gegenteil, die Soundtracks, die alle Erwartungen übertreffen, sind diejenigen, die beliebte Musik als musikalische Unterstützung nutzen, um das Motiv des Films zu betonen, ohne dass die Musik unbedingt im Film vorkommen muss.

Die Auswahl geeigneter Songs ist wichtig. Daher sind Filmemacher in letzter Zeit dazu übergegangen, Künstler damit zu beauftragen, Musik und Songs eigens zu dem Zweck, den Inhalt und das Motiv des Films zu unterstützen, zu kreieren.

Der Soundtrack des afrofuturistischen Superheldenfilms und Kassenschlagers “Black Panther“ ist ein Musterbeispiel für eine solche Auftragsarbeit. Und wer war der Kurator der perfekten Kulmination von Unterstützung des Inhalts und musikalischem Genie? Niemand Geringeres als Hip-Hop- und Rap-Künstler Kendrick Lamar.

Ergänzende Werke
Von “Black Panther: The Album” wurden in der ersten Woche nach seiner Veröffentlichung 154.000 Exemplare verkauft. Überraschend war, dass mehr als ein Drittel davon auf herkömmliche Albenverkäufe entfiel. Eine noch größere Überraschung ist der Umstand, dass nicht einmal alle 14 Titel im Film vorkommen. Die in die Zusammenstellung aufgenommen Songs wurden vom allgemeinen Motiv und der Kultur des Films inspiriert. Eine Art optionales Extra mit Mehrwert, wenn man so will.

Und vielleicht zeigt sich darin die Quintessenz dessen, was ein Soundtrack ist, genauer, was „Black Panther: The Album“ für „Black Panther“, den Film, darstellt. Es ist im Kern ein ergänzendes Element, welches am meisten dafür Beachtung zu finden scheint, dass es die Ideen eines Films unterstützt, der mehr als nur Hollywood-Unterhaltung zu kommunizieren versucht.

In den Worten von niemand Geringerem als Kendrick Lamar: Es geht darum, ein Mensch zu sein. „Black Panther: The Album“ ist menschliche Musik.

Die Zutaten eines Meisterwerks
Von einem rein technischen Standpunkt aus betrachtet ist es kein Wunder, dass die Zusammenstellung so ungemein beliebt ist. Die beteiligten Musiker sind Künstler wie Vince Staples, Weeknd, Anderson.Paak, Mozzy, Babes Wodumo und außerdem der südafrikanische Künstler Sjava, der imposant auf Zulu singt. Das ganze Album wie eigentlich auch der ganze Film wird von einer starken Grundstimmung der letztendlichen Befreiung aus den Beschränkungen der Welt des kommerziellen Kinos getragen, in der Schwarze so unterrepräsentiert waren, dass sie fast gar nicht vorkamen.

In dieser Hinsicht scheint es recht angebracht, dass der Soundtrack sich stark um aufregende Ideen dreht, die zuerst im Film auftauchten. Der Film selbst versucht die Idee auszumerzen, dass Dinge wie Innovationskraft und eine funktionierende Volkswirtschaft äußerst „weiße“ Konzepte sind. In allen grundlegenden Motiven wird stark auf Gleichstellung und sogar Gleichberechtigung der Geschlechter Bezug genommen. Der Soundtrack unterstützt die Grundprämisse, auf der der Film aufgebaut ist, in vielerlei Weise.

Dies ist eine wirkliche effektive Methode, zwei tolle Ideen zu verbinden, den beiden Konzepten aber auch zu erlauben, unabhängig voneinander zu funktionieren. An dem Film kann man sich auch ohne die ergänzende Grundstimmung des Albums erfreuen und wenn man den Film nicht gesehen oder gehört hat, kann man den Wert des Soundtracks als eigenständiges Werk dennoch uneingeschränkt schätzen.

Kurz gesagt, es ist eine Bilderbuchehe.

Eine passende Hommage auf einen guten Film
Kritiker haben sich recht unverblümt zu der Tatsache geäußert, dass der Soundtrack die Rolle von Frauen im Film nicht zu unterstreichen oder auch nur in irgendeiner Weise abzubilden scheint. Der Film preist die Rolle von Frauen in der Gesellschaft sowie ihren einzigartigen Scharfsinn und ihre Fähigkeit, diesen in Situationen anzuwenden, in denen komplizierte soziale Probleme gelöst werden müssen.

Der Soundtrack spiegelt das nicht gerade wieder und unterstützt auch in seinen inklusiven Momenten nicht die Rolle von Frauen in der Gesellschaft. Jedenfalls nicht in dem Maße, wie der Film das tut.

Aber davon abgesehen ist es sicherlich angebracht, die Macher zu zwei guten Arbeiten zu beglückwünschen.

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