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Okay, mal ehrlich: Wenn sich ne Band „Die ignorierte Art“ nennt und die EP passend hipsterös „Das Pferd“ betitelt, dann ist die Überwindung hoch, sich hinzusetzen und die Musik vorurteilslos anzuhören. Aber im Fall von „Die ignorierte Art“ lohnt es sich wirklich, das zu tun.

Sänger Benjamin begrüßt die Hörerinnen und Hörer im Opener „Altbekannt“ mit angenehm verrucht klingender Stimme auf psychedelischem Musikbett und lyrischer Intelligenz. Deutsche Texte klingen – Vorsicht: Subjektivität – nur in Ausnahmefällen passend. Neben einigen ausgewählten Punk- und Avantgarde-Bands haben es auch Die Ignorierte Art geschafft, trotzdem nicht nach seichtem Schlager oder Rechtsrock zu klingen.

Die vier Songs „Altbekannt“, „Dächer“, „Kartenhaus“ und „Traumfabrik“ sind zügig aufzunehmen. Schnell hat man die verspielt melancholische Stimmung sowie die Melodien aufgesogen. Die einzelnen Tracks wirken im Zusammenspiel als Ganzes. Es ist fast schade, einen Song herauszuheben und isoliert anzuhören. Der Sound der EP ist angenehm roh gehalten und kaum geglättet.

Einzig die zwölf Minuten lange Nummer „Stille Stadt“ ist etwas langatmig. Aber für Liebhaber der psychedelischen Art von Musik, wie sie beispielsweise The Dandy Warhols im großartigen Track „It’s a Fast Driving Rave-Up with The Dandy Warhols Sixteen Minutes“ praktizierten, ist auch das kein Hindernis. Für die Zeit, die sich Die Ignorierte Art ans Ohr schmiegt, ist die Realität vergessen.

Warum die Platte „Das Pferd“ heißt, erschließt sich vielleicht nur intellektuell reifen Hörerinnen und Hörern. Aber: Großartige EP, hoffentlich gibt’s bald ein Album.

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