Viel erfährt man nicht über den Protagonisten Karl in Eberhard Rathgebs neuestem Roman Karl oder der letzte Kommunist.

Buch kaufen Vö: 23.07.2018 Carl Hanser Verlag

Er hat eine Schwester Emilie, die ebenso wie er in der Nachkriegszeit groß geworden ist. Eine Krähe folgt ihm bis zu seinem einsamen Tod durch sein Leben, ebenso wie zwei Beobachter. Der Neue und der Alte, deren Job es war Karl zu beobachten. Ansonsten definiert sich die Person Karl über seine Gedanken und Ideale und über seine Weltanschauung. Er der letzte Kommunist. Doch stimmt das überhaupt?

Die Frage, die man sich stellen muss ist, ob der Kommunismus wirklich gestorben ist, oder im Verborgenen noch lebt.

In den Köpfen einiger Menschen, die noch immer an ihren Idealen festhalten und dafür vom Rest der Gesellschaft belächelt werden. So arbeitet die gewöhnliche Gesellschaft nämlich, mit dem Lächerlich machen über Menschen mit anderen Vorstellungen. Und der Staat? Der arbeitet mit Kriminalisierung. Kein Wunder also, dass Eberhard Rathgebs Romanfigur Zeit seines Lebens beschattet wird.

Doch was will uns Eberhard Rathgebs mit seinem Buch sagen?

Stirbt mit Karl auch die Idee einer in der Theorie gerechteren Welt? Das Ideal von der Gleichheit aller Menschen soll damit für immer passé sein? Oder beschreibt Rathgeb einfach nur das Leben und Streben eines Sonderlings, der sich nicht für die Gegenwart und seine Mitmenschen zu interessieren scheint und dessen einsamer Tod, niemanden am Ende allen egal ist?

Es ist schwierig einen Roman zu lesen, wenn man zu dessen Hauptcharakter keine oder nur eine sehr anonyme Beziehung aufbauen kann. Phasenweise liest sich Karl oder Der letzte Kommunist wie ein nicht ganz ausgereiftes Sachbuch, wodurch der Lesefluss das ein oder andere Mal leidet.

So bleibt als Resümee nur, dass die Idee hinter der Geschichte eigentlich einiges mitbringen könnte, es in der Umsetzung leider etwas hapert. Eberhard Rathgebs Buch Karl oder Der letzte Kommunist erschien am 23.07.2018 im Carl Hanser Verlag.

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  • 5.5/10
    Autor Paul Schall - 5.5/10
5.5/10

Kurzfassung

Es ist schwierig einen Roman zu lesen, wenn man zu dessen Hauptcharakter keine oder nur eine sehr anonyme Beziehung aufbauen kann. Phasenweise liest sich Karl oder Der letzte Kommunist wie ein nicht ganz ausgereiftes Sachbuch, wodurch der Lesefluss das ein oder andere Mal leidet.

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