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Die Vorfreude und Erwartungen waren hoch, nachdem Efterklang Mitte des Jahres angekündigt hatten, nach sieben Jahre ein neues und damit ihr fünftes Studioalbum Altid Sammen (immer zusammen) vorzulegen.

Vö: 20.09.20194AD LP kaufen

Zwischenzeitlich sind zwei vorab veröffentlichte Songs mit Videos, der tolle Opener Vi er uendelig (Wir sind unendlich) und der fast schon tanzbare Track I dine øjne (In deinen Augen), verbreitet und diese zwei Songs haben die Erwartungen nochmals erhöht.

Wer nun das komplette Album in Händen hält und nach dem ersten Hören bedächtig ausatmet, der wird feststellen, dass sich die Hoffnungen auf innovative Quantensprünge angesichts der langen kreativen Pause nicht erfüllt haben.

Einzig das Zurücklassen der bisher in Englisch vorgetragenen Texte und die Hinwendung zur Muttersprache sind eine steter Quelle der musikalischen Freude. Leider kommen aber nicht alle Songs richtig in Schwung und die Reduzierung der Instrumentierung trägt zu einer deutlichen Verflachung der musikalischen Präsenz und der Einfachheit der Kompositionen bei.

Mads Brauer (Synthesizer, Computing), Casper Clausen (Gesang) und Rasmus Stolberg (Gitarre), die nach Angaben in Pressetext, auch in der Zeit der Schaffenspause ständig zusammen an neuen Projekten gearbeitet haben, konnten den Schwung möglicher neuer Ideen nicht ins Album herüber retten. Prägnantestes Beispiel für die fehlenden Ideen ist der zweite Song auf dem Album, der Track Supertanker, der insgesamt musikalisch und lyrisch komplett an den HörerInnen vorbei fährt.

Dagegen sind Songs wie Uden ansigt (Ohne Gesicht) und Havet l fter sig (Das Meer steigt) schöne Beispiele dafür, wie sehr der dänische Gesang einen Song prägen kann. Diese wunderbar stillen und ergreifenden Stücke bleiben noch lange in Erinnerung.

Gerade bei komplexen Songs wie H nder der bner sig (Hände, die sich öffnen), Verden forsvinder (Die Welt verschwindet) und Under broen der ligger du (Unter der Brücke liegst Du) ist das Dänische dann aber ein Hindernis, den das mangelnde Verständnis für den Inhalt machen die durchaus schönen Lieder zu sich dahinschleppenden Klang-Konglomeraten, denen man ein baldiges Ende wünscht.

Der finale nahezu pastorale Song Hold mine h nder (Halt meine Hände) ist dann eine sich ständig wiederholende Melodieabfolge bei der Casper Clausen erst im letzten Drittes des Liedes mit dem Gesang und Chor einsetzt, so dass der ausklingende Eindruck des Albums leider ein etwas laues Gefühl mit vielen Fragezeichen ist.

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Zusammenfassung
Der große Wurf ist Efterklang hier leider nicht gelungen. Fans werden sich über diese Lebenszeichen der Band freuen, ansonsten dürfte das Album aber eher wenig Resonanz finden.
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