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Liebe Musikfreunde,

am 06. Juni dürfen wir euch 3 großartige Bands in Solingen präsentieren. Progressiver Hardcore von unseren Freunden von CALEYA aus Hamburg trifft auf die Post-Hardcore Walze FJØRT aus Aachen. Die Indiesahnestücke und nicht weniger lauten LEONIDEN werden den Abend musikalisch abrunden. Also, traut euch mal wieder raus, geht auf Konzerte und lasst euch mal auf was ein.

CALEYA (progressiver Hardcore aus Hamburg)

Im neuen Werk “Konvolut” verwachsen alle Songs zu einem mächtigen Massiv, in dem Risse die fragilen Lebenswelten bloßlegen, die uns zu dem machen was wir sind, Menschen!

“Das was hier fehlt ist mehr als ein Wort”, mit diesen Worten und einer Postmetalwalze, die sich in Stakkatoriffs und Stop & Go Breaks über den Hörer ergießt, beginnt der Nullpunkt und der steht genauso gut für Hoffnung wie für den Niedergang.

Das Gezeitenherz, das langsamer schlägt im herrschenden Zeitgeist und sich der Reizüberflutung entzieht, spricht: “Doch die Zeit ist sich nie genug und es zerfällt die Schönheit wie ein Stundenglas voll Augenschein”. Lyrik gegen die Entsinnlichung unserer Wahrnehmung. Caleya lassen der Musik mehr Raum für Strukturen und Melodien. Signum beginnt sogar mit cleanem Gesang und lässt in seiner Direktheit dem Überbau der Melodie freien Lauf.

Die fließenden Übergänge zeugen davon, wie sehr die Band mittlerweile zusammengewachsen ist und geben dem Titel des Albums eine weitere Bedeutungsebene. Der Blick von Außen auf das Gesicht des alten Mannes auf dem Cover zieht einen in ein Universum, das so viele Facetten aus Erfahrungen und Emotionen offenbart und in dem jedes Lied dieses Leben gewesen sein könnte. Unsterblichkeit ist keinem gegönnt und man kann nur in der Musik weiterleben und da haben die Hamburger einen weiteren Schritt gemacht. Konvolut ist wie auch sein phantastischer Vorgänger Trümmermensch ein Gesamtkunstwerk und bezieht seine Wirkung aus Artwork, Lyrik und Musik und sei gewiss, dies ist für immer!

FJØRT (Post-Hardcore aus Aachen)

“D’accord” ist der konsequente und logische Nachfolger von “Demontage”, und wenn die Jungs so weitermachen, dann haben wir noch einige grossartige Alben und Live-Auftritte zu erwarten. Wenn ich persönlich dann “Passepartout” live geboten bekäme, wäre ich wunschlos glücklich.

Kaum zu glauben, aber kurz nachdem FJØRT mit “Demontage” ein eindrucksvolles Debüt auf den Markt geworfen haben, welches ihnen zurecht einen Vertrag bei “This Charming Man Records” einbrachte, wagte das Trio die Flucht nach vorne um anschliessend direkt das nächste Album zu schreiben und aufzunehmen. Ein Schnellschuss? Weit gefehlt. FJØRT scheint die Luft nicht auszugehen und so prügeln sie sich im gewohnt verspieltem Sound, der hier und dort um einige Elemente erweitert wurde, durch ihre neue Platte “D’accord”.

Der erste, titelgebende Song “D’accord” ist sowohl der perfekte Opener für das Album als auch für kommende Live-Konzerte. Hymnisch-atmosphärisch kündigen FJØRT sich an bis die Gitarren und Chris gewohnter Gesang die Stimmung durchbrechen und der im Midtempo angesiedelte Song die Platte vollmundig einleitet. Man merkt sofort: FJØRT machen ihr Ding und haben wahnsinnig Spass dabei. Das folgende “Schnaiserkitt” schlägt in eine andere Kerbe und bietet sich als brutal-verweifelte Dampfwalze als Live-Stimmungsmacher geradezu an.

So konträr die ersten beiden Songs zueinander stehen so wenig verändert sich dies auch auf dem restlichen Album. Im einen Moment noch so verzweifelt und hoffnungslos und im nächsten dann wieder so wütend und auf den Punkt wie ein verwundetes Tier das um sich schlägt. Gerade in den verzweifelteren Momenten dominieren eindringliche, mit Hall unterlegte Melodien, welche die Scheibe mitunter in die Post-Rock-Ecke stellt, wenn man vom Gesang mal komplett absehen würde. “Atoll” ist hierfür ein sehr passendes Beispiel.

Überhaupt sind Melodien, die sich unaufhaltsam in die Gehörgänge bohren, FJØRTs große Stärke, am eindrucksvollsten beweisen sie uns dies bei “Für Elise” und dem grossartig-hymnischen Abschluss “Passepartout” dessen Intensität wohl nicht überboten werden kann. Einigermaßen vergleichbar wären hierbei vielleicht nur die seit 2011 aufgelösten “Escapado”. Auch stimmlich gibt es etwas einiges Neues zu entdecken, so überrascht uns Chris bei “Hallo Zukunft” mit einem wunderbar verzweifelt gesungenen Clean-Part welcher auf “Demontage” nur angedeutet wurde.

Der einzige, winzige Kritikpunkt den ich vielleicht anführen würde, ist der, dass die Songs untereinander stellenweise nicht zu unterscheiden sind, was jedoch dem Gesamtniveau bei Weitem keinen Abbruch tut.

“D’accord” ist der konsequente und logische Nachfolger von “Demontage”, und wenn die Jungs so weitermachen, dann haben wir noch einige grossartige Alben und Live-Auftritte zu erwarten. Wenn ich persönlich dann “Passepartout” live geboten bekäme, wäre ich wunschlos glücklich.

LEONIDEN (Indie aus Hamburg)

Aggro Pop, Disco Punk, Justin Timberlake auf Speed, Techno mit Seele. Leoniden haben ihre eigenen Regeln. Leoniden sind ihr eigenes Kriterium. Leoniden haben keine Heimat. Leoniden sind im Prozess. Leoniden sind intensiv. Leoniden geben immer alles. Nett sind sie, umwerfend aussehen tun sie sowieso, witzig sind auch noch und für jeden Scheiß zu haben, freundlich und fröhlich. So wie alle anderen auch. Du fragst dich bestimmt, warum man so eine Musik macht. Falls sie nach so einer Frage überhaupt noch mit dir sprechen, werden sie vermutlich sagen, dass das keine Rolle spielt und alles leugnen. Höflich und nett sagen sie dir, dass sie nicht sagen wollen, wer sie sind, wo sie herkommen und dass sie diese Spielchen nicht mitspielen. Fünf Typen mit Liebeskummer, Fernweh und einem selbstverständlichen Hass auf eure beschissene Musikindustrie. Pech gehabt. Ist halt so. Die Platte ist eine Bombe, und das ist alles was zählt. Leoniden sind keine Künstlertypen, keine Klaus Kinskis, keine Tom Waits, es sind ganz freundlich und fröhliche Jungs, die nicht über ihre Musik sprechen möchten. Man könnte hier jetzt schreiben, dass sie ihre Musik für sich sprechen lassen wollen, aber das ist einerseits genau dieser Künstlerscheiß, den sie nicht wollen und andererseits wirklich, wirklich, wirklich schleimig. Nette Typen. Fünf Idioten, ein Gedanke. Frag einfach nicht.

ANFAHRT:
Mit der Bahn bis Solingen Hbf. Dort am Hauptausgang links zum Busbahnhof und am Busbahnsteig 1A mit der Linie 682 (Richtung SG Höhscheid-Brockenberg) bis Haltestelle Wald Bahnhof (Fahrtzeit 14 min.). Von da ca. 100m in Fahrtrichtung und dann links in die Holbeinstr. abbiegen. Nach wenigen Metern liegt dann auf der rechten Seite das Waldmeister.

RÜCKFAHRT:
Die Buslinie NE 22 fährt stündlich um :46 Uhr (bis 00:46 Uhr) von der Haltestelle Wald Bahnhof bis SG Hbf.
letzte Züge ab SG Hbf:
nach Düsseldorf: S1 um 00:13 Uhr
nach Wuppertal: RB 48 um 00:21 Uhr und 01:21 Uhr
nach Köln: RB 48 um 00:37 Uhr

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