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Sie haben eine Platte aufgenommen, die auch den hässlichsten, verdunkelsten Tag erstrahlen lassen kann.

Lieber Herr Professor, wie mache ich eine gute Indie-Rock Platte, die nicht klingt, als hätte ich zu viel Maximo Park gehört? Nun, so einfach ist das gar nicht. Es braucht die großen Melodien, es braucht ganz viel Herz und vor allem braucht es das gewisse Etwas um nicht im ewigen Einheitsbrei der Vergessenen zu versinken. Wie auch immer dieses gewisse Etwas geartet ist.

Everyone Everywhere bieten auf ihrem zweiten Langspieler so einiges an. Da wäre die wunderbar leichte und romantische Stimmung, die sich durch das ganze Album zieht, wie man es von einer Band wie Nada Surf kennt. Auch der lockerleichte und doch so emotionale Gesang erinnert an diese Kollegen aus Amerika. Was das wesentliche angeht haben Everyone Everywhere also schon mal alles richtig gemacht. Aber was ist mit den Fleißarbeiten? Zum Glück steckt in „Everyone Everywhere“ tatsächlich noch viel mehr drin. Großartig zum Beispiel der Groove, besonders in einem Song wie „Queen Mary II“ oder auch in „Fervor & Indifference in the Bicameral Brain“.

Beeindruckend ist auch die Tiefe, die Everyone Everywhere jedem Moment der Platte verleihen. Das liegt nicht nur an dem an Bloc Party erinnernden verspielten Schlagzeug, sondern an der in jedem Element eines Songs wie „The Future“ hörbaren liebevollen Arbeit am Detail. Die Jungs aus Philadelphia schenken uns wunderschöne Gitarrenspuren und herrlichste Background-Vocals. Sie haben eine Platte aufgenommen, die auch den hässlichsten, verdunkelsten Tag erstrahlen lassen kann. Kopfhörer rein, raus in den Regen, aber das ohne Regenschirm. Eine perfekte Sommerplatte und mehr. Ich möchte diese Herren doch dringlichst dazu anhalten ihre Deutschland-Tour auszudehnen.

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