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Es mag am etwas verqueren Pressematerial liegen, aber komischerweise erinnert der Sound von Fashion Week stellenweise tatsächlich an etwas weniger beschwingte Nirvana besonders zur Zeit von Bleach, dann aber wieder an aktuellen Metal der nicht-melodic-Sparte oder Hardcore und Screamo.

Pressematerial kann durchaus verwirren – jedenfalls im Falle der New Yorker Band Fashion Week. Diese sei im Jahre 1987 gegründet worden, von Label Under Pop gesigned worden, um anschließend einen Hit mit der Single ›Smells Like Old Spice‹ zu haben. Sänger Josh Lozano sei 1994 verstorben, die Band habe sich getrennt, posthum seien weitere Alben erschienen, der Drummer spiele nun in einer Band namens ›Food Fighters‹. Wink mit dem Holzhammer? Definitiv. Immerhin war man beim Pressematerial genauso kreativ wie bei Band- und Songnamen.

Unter dem Namen Fashion Week kann man sich eine Elektro- oder Indieband vorstellen, die sich in ihrer Begeisterung für Dries van Noten oder Hedi Slimane ergehen und nun Musik für Laufstegevents produzieren. Songtitel wie Fendi Bender, Chorusace, Summer Line oder Haute Topic tun ihr übriges.

Weit gefehlt jedenfalls. Generell scheinen die Herren bei Fashion Week neben der Lust an mal mehr oder minder gelungenen Wortspielen Spaß dran zu haben, den möglichen Kunden zu irritieren. Mit feingliedrigem Laufstegtechno, der zu abstrusen High-Fashion-Kreationen in Paris oder London, haben die acht Stücke, die Fashion Week unter die Leute gebracht haben, herzlich wenig am Hut.k Was dafür auf Pret-à-porter geboten wird, ist nicht irritierend, dafür aber zumindest abwechslungsreich. Insgesamt haben die New Yorker eine unterhaltsame Stilschau auf die Beine gestellt, deren Konstituenten gemein ist, dass sie vermutlich so schnell auf keiner Fashion Week zur Laufstegbeschallung eingesetzt werden wird. Es mag am etwas verqueren Pressematerial liegen, aber komischerweise erinnert der Sound von Fashion Week stellenweise tatsächlich an etwas weniger beschwingte Nirvana besonders zur Zeit von Bleach, dann aber wieder an aktuellen Metal der nicht-melodic-Sparte oder Hardcore und Screamo. Die Instrumente poltern, Feedback fiept an allen Ecken und Enden. Josh Lozano ist dabei keineswegs tot, sondern gibt sich durch seine Vocals als durchaus lebendig zu erkennen und schreit und singt über die mal schleppende, mal ballernde Klangkulisse.

Sieht man ab vom etwas unnötigen Zwischentrack mit dem ebenso unnötigen Namen »FASHION“=~S/(\$)/COLLAPSE/GSO;«, haben Fashion Week in knapp einer halben Stunde Material sieben abwechslungsreiche Tracks mit durchaus unterschiedlichsten Stilanleihen zusammengefasst, die der geneigte Hörer sich durchaus das eine oder andere Mal anhören kann.

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