Dass Finian Paul Greenall  ein wandlungsfähiger Künstler ist, hat er mit seiner Entwicklung vom Techno-DJ seit den 1990ern bereits bewiesen. Auch seine zuletzt veröffentlichten Alben sind durchaus unterschiedlich in Stil und Sound: mit „Horzontalism“ probierte er sich im Dub und experimentierte mit Blues auf „Fink’s Sunday Night Blues Club, Vol. 1“.

LP kaufen Vö: 15.09.2017 R’Coup’d

Nun veröffentlichte Fink mit „Resurgam“ ein zehn Track starkes Album, das diesen Facettenreichtum nochmals unterstreicht.

Den Einstieg in das düstere, schwere Album bietet der achtminütige Titeltrack, der von verwobenen Sounds getragen wird. Ein Minimal-Blues-Track, der sich durch viele Schichten auszeichnet und behäbig vorranschleppt. Insgesamt ist die LP sehr narkotisierend, schleppend, aber trotzdem fesselnd. Auch Tracks wie „Godhead“, der grooviger daher kommt in einem Afro-popigen Gewand, oder „Not Everything Was Better In The Past“, hellen die düstere Stimmung etwas auf.

Ein bisschen Mood, die typische Blues-Gitarre und ein neuer Produzent (Flood, der auch schon mit PJ Harvey, Depeche Mode und U2 zusammenarbeitete) verleihen dem bisher sechsten Studioalbum von Fink eine neue Klangfarbe, die Anfangs zwar gewöhnungsbedürftig ist, aber mit etwas Geduld ganz großartig klingt. Wer tanzbares sucht oder die popigeren Platten von Fink vermisst, ist hier sicherlich nicht richtig, da „Resurgam“ deutlich sperriger und experimenteller daher kommt. Dennoch ein tolles Album!

Greenall und seine langjährigen Bandkollegen Tim Thornton und Guy Whittaker kommen auch wieder auf Tour und werden in den nächsten Tagen noch fünf Konzerte in Deutschland spielen. Das lohnt sich erfahrungsgemäß immer!

26.11. BREMEN – Modernes Bremen
27.11. HAMBURG – Docks
28.11. ERLANGEN – E-Werk
29.11. LEIPZIG – Felsenkeller
01.12. BERLIN – Tempodrom (Support: ÄTNA)

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  • 8/10
    Autorin Jenny Gottstein - 8.0/10
8/10

Kurzfassung

Dass Finian Paul Greenall  ein wandlungsfähiger Künstler ist, hat er mit seiner Entwicklung vom Techno-DJ seit den 1990ern bereits bewiesen. Auch seine zuletzt veröffentlichten Alben sind durchaus unterschiedlich in Stil und Sound: mit „Horzontalism“ probierte er sich im Dub und experimentierte mit Blues auf „Fink’s Sunday Night Blues Club, Vol. 1“.

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