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Finte sind eine junge Band aus Hildesheim und treten mit „Ignoranz und Illusion“ nun zum ersten Mal in Erscheinung. Die EP, die als schönes Digipack auf der Bandcamp-Seite zu beziehen ist, beinhaltet vier Songs, die auf knapp 20 Minuten Spielzeit kommen.

CD kaufen Vö: 26.04.2018 Eigenvertrieb

Eröffnet wird der Silberling mit „Helios“, einem entspannt klingenden Song, der durch verspielte Schlagzeugrhythmen und leicht angeschrägten Gitarrenmelodien aufwarten kann. Die Hommage an den griechischen Sonnengott bietet einen gelungenen Auftakt.

„Mehr Atmen“ startet mit einer Feedbackorgie, die den Hörer in einen dissonanten groovigen Part stürzt. Die Emotionen, die in dem Song durchlebt werden, kommen plötzlich, setzen sich nicht wirklich fest. Neben chaotisch anmutenden Stellen, werden immer wieder rockende Elemente eingestreut, die von einer wirklich coolen Orgelmelodie begleitet werden.

„Halbwach“ klingt ähnlich zerfahren, findet aber immer wieder den Weg zum gelungenen Refrain. Der Text behandelt die momentane Situation des Wutbürgertums in Deutschland. Die Band setzt ein ansprechendes Statement hiermit.

Mit „Norwich“ endet die viel zu kurze EP. Das sieben Minuten lange Stück besticht durch seine feine Laut-Leise-Dynamik und seinen eindringlichen Text. Zwischendurch nimmt der Song einiges an Fahrt auf, begleitet von Gebrüll und vertrackten Disharmonien. Gegen Ende wird es sogar düster dramatisch. Toller Abschluss.

Fintes Debüt besticht durch die vielen Stimmungswechsel, die immer nachvollziehbar bleiben und die deutschsprachigen Texte, die weder zu verkopft noch zu plump sind. Eine differenzierte Produktion, die für meinen Geschmack etwas druckvoller bei den Gitarren hätte sein können, rundet das Gesamtbild ab. Fans von den alten Glassjaw und Finch zu Zeiten der „Say Hello To Sunshine“ sollten hier auf jeden Fall ein Ohr riskieren, aber auch allen anderen Fans guter deutschsprachiger Musik seien die vier Stücke ans Herz gelegt.

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  • 7.5/10
    Autor Heiko Lüker - 7.5/10
7.5/10

Kurzfassung

Fintes Debüt besticht durch die vielen Stimmungswechsel, die immer nachvollziehbar bleiben und die deutschsprachigen Texte, die weder zu verkopft noch zu plump sind. Eine differenzierte Produktion, die für meinen Geschmack etwas druckvoller bei den Gitarren hätte sein können, rundet das Gesamtbild ab.

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