FJØRT – Kontakt: EinSchuss ins Graue, dorthin, wo Sein und Wünschen sich berühren. „Bitte sei für mich, was ich bin für dich.“

Das Sich-Berühren, Sich-aneinander-Abwetzen steht im Fokus von „Kontakt“, des zweiten Albums von FJØRT, dieser Band, die den Staub einer deutschen Hardcore-Szene im Dornröschenschlaf mit „D’accord“ gehörig aufwirbelte. Zwei Jahre sind seit dem vergangen und etliche Umdrehungen auf dem Kilometerzähler verstrichen, doch der kristallklare Sound von FJØRT nähert sich wie ein alter Bekannter: Brachial, verhallt, gewichtig. Denn wenn Chris‘ Stimme wie schwelendes Papier über wuchtigen Riffs und treibenden Drums schwebt, meist an ein „du“ adressiert, scheint sich jedes Wort im Grund der Tatsachen zu verankern.

Besonders nachdrücklich geschieht dies beispielsweise im „Abgesang“, das sich als Reaktion auf das Charlie Hebdo-Attentat gegen religiösen Fanatismus richtet- und dabei selbst die Eindringlichkeit einer Predigt an den Tag legt. Generell werden FJØRT deutlich und beziehen Position gegen Fremdenfeindlichkeit und Egomanie: „Bleibt stehen, trotz der braunen Pest, um Kopf und Kragen, wer, wenn denn nicht wir?“

Wut, Ekel, Verzweiflung- und Hoffnung. Es sind vor allem die Gitarrenmelodien, die sich mal leise schimmernd, mal strahlend ihren Weg durch das Tosen bahnen und der bleiernen Schwere von „Kontakt“ eine zerbrechliche Schönheit verleihen- denn dort, wo Sein und Wünschen sich berühren, gibt es immer auch ein Werden.

FJØRT – Kontakt
1. In Balance
2. Anthrazit
3. Prestige
4. Kontakt
5. Lichterloh
6. Paroli
7. Abgesang
8. Revue
9. Belvedere
10. Mantra
11. Lebewohl

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