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Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2 nach dem letzten Longplayer des in Los Angeles ansässigen Duos Foxygen.

Vö: 26.04.2019JagjaguwarLP kaufen

Die Elektro-Pop-Band Foxygen besteht aus dem Multi-Instrumentalisten Jonathan Rado und dem Sänger Sam France. Sie haben bisher vier Alben und eine Reihe von EPs veröffentlicht.

Das am 26.04. veröffentlichte Album Seeing other People ist laut Pressetext „angefüllt mit selbstreferentiellen Geschichten von Tourneen, Partys, vom Jungsein, vom in einer Band leben und sich von den ungeschminkten, dunkleren Aspekten zu verabschieden“.  

Auf dem Album wird mit klassischen Pop- und Rocksounds experimentiert und man fühlt sich in die frühen 80er Jahre versetzt. Die Band möchte den Sound laut eigener Bekundung als „Sad-Boy Plastic-Soul Adult-Contemporary Cartoon-Noir Music“ bezeichnet haben. Wäre mir so jetzt nicht eingefallen.

Die musikalische Zeitreise beginnt mit dem Opener Work, der exakt so von Heaven 17,  Johnny Hates Jazz oder Orchestral Manoeuvres In The Dark eingespielt worden sein könnte. Da hat man sich schamlos an bekannten Rhythmen, Melodien und Textfragmenten bedient. Das nächste Stück Mona klingt mit Ausnahme des gelegentlichen Duogesangs exakt wie Level 42 zu ihren besten Zeiten.

Der Titeltrack Seeing other People ist ein erstes eigenständiges Lebenszeichen des Duos trotz des immer noch sehr starken 80er-Retro-Sounds. Mit dem Stück Face the Fact geht es wieder zurück in der Zeit. Genauso leicht und locker klangen Simply Red auf ihren ersten Alben. Einzig die etwas nervigen schleppenden Synthesizer und Vocoder sind eine eigene Ergänzung.

Die ausgekoppelte Single Livin´ a Lie, die vorab als Video veröffentlicht wurde, ist unabhängig von den restlichen Songs zu sehen und mit weitem Abstand der beste Song des Albums. Der folgende Song The Thing is soll offenbar eine Parodie des Bruce Springsteen-Songs Backstreets sein. Leider komplett misslungen und man möchte bereits nach wenigen Takten weghören.

Glücklicherweise fand mit News ein weiterer Song aus eigener Ideensammlung den Weg aufs Album. Hier wird angedeutet, welches musikalische und kompositorische Potential in den Kaliforniern steckt.

Der Song Flag on half mast ist eine Mischung aus flottem Trauermarsch und Protest-Gesang mit elektrischen Effekten. Interessant gemacht mit einem schönen Klavier-Outro. Der letzte Song des Albums The Conclusion ist eine wirre unstrukturierte Ansammlung aus Musik-Text-Klang- und Ton-Effekten, die erst im letzten Drittel ein einheitliches Klangbild erkennen lässt.

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