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Zwölf Jahre nach seinem letzten Album So Easily Distracted (2007) veröffentlicht der Norweger Frank Hammersland, der seit 1992 mit Bands wie Pogo Pops, Popium, The Love Connection oder den Doomsville Boys die norwegische Pop-Szene bereichert, auf Apollon Records sein neues und damit insgesamt drittes Album, dass mit flotten lebensbejahenden Songs zu überraschen weiß.

Vö: 25.10.2019 Gmrmus LP kaufen
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In so manchem der neun Songs findet sich tatsächlich die von vielen Kritikern behauptete stimmliche und musikalische Nähe zu Sir Paul McCartney und den Wings. Da wird hemmungslos mit Streichern, Bläsern und Slow-Fox-Rhythmen experimentiert, dass es die wahre Freude ist.

Andererseits findet man auf dem Album aber auch Songs, die von Instrumentierung und Melodie eher in Richtung Jazz, Soul und Rock zeigen. Immer vorne mit dabei ein solides Duo aus Schlagzeug und dumpfem Bass. Das verwundert nicht, denn der Grammy-Preisträger ist ein ausgezeichneter Bass-Spieler, genauso wie Sir Paul McCartney.

Das Cover des Albums erinnert an ein Gemälde von Edward Hopper und scheint aus der Zeit gefallen zu sein. Das passt zur Leichtigkeit und Harmonie der wunderbar entspannenden Atmosphäre des gesamten Albums. Geschickt vermischt Hammersland seinen Sound mit jazzigen Elementen. Punktuell eingesetzte akustische Instrumente verleihen den Aufnahmen einen audiophilen Charakter.

In dem sehr entspannten und nahezu Low-Fi-Opener On the Radio klingt Frank Hammersland tatsächlich wie Paul Buchanan und das Arrangement erinnert an A-Ha und natürlich The Blue Nile. Ein wunderbarer Song, der aber gerade wegen der lasziven Langsamkeit kaum Air-Play-Potential hat.  

Weiter geht es mit Something for Nothing deutlich lebhafter mit Latino-Einschlag und einem ständig nervösen Gitarren-und Keyboard-Part, der sich schön dauerhaft wiederholt. Dazu kann man schon mal locker das das Tanzbein schwingen. Westbound Sundown ist dann wieder ein sehr langsamer Song mit George Michael– Appeal. Da kommt man automatisch ins Träumen. Hammersland zeigt schön seine Qualitäten als Songwriter und Interpret romantischer Stücke.

Der Up-Tempo-Song No straight Line unterscheidet sich mit seinem treibenden Rhythmus bereits in den ersten Tönen deutlich von den bisherigen Tracks. Eine wohltuende musikalische Abwechslung, die deutlich an Prefab Sprout erinnert. Im Gefolge kommt der Titel-Track Atlantis eine schön beschwingte Pop-Nummer im Duett mit Christine Sandtorv. Man mag es kaum glauben, doch hier klingt Frank Hammersland teilweise wirklich wie Sir Paul McCartney zu den erfolgreichen Wings-Zeiten.

Der anschließende langsame Track Monday ist eine schöne langsame Pop-Story mit vielen bunten Sprachbildern. Wieder denkt man an Sir Paul McCartney aus der Yesterday– und Beatles-Zeit. Ein Song der aufgrund der tollen Bilder und des schönen Bass-Outro´s richtig viel Spaß macht. Weiter geht es mit dem sehr schwingvollen Song Down the Milky Way bei dem ganz unverhohlen mit Fragmenten bekannter Pop-Songs gespielt wird. Ein schöner kurzer Tanztrack.  

Bei Hours in The Ashtray denkt man unweigerlich wieder an Prefab Sprout und das ist gut so, denn der Song ist eine offene Hommage an das Songwriting und Arrangement der 80er-Songtüftler-Ikone Paddy McAloon. Entspannt und wunderbar mit viel Streichern, Chören und einem glänzenden Gitarren-Outro.  

Mit dem letzten Song des Albums And The Beat goes on schunkelt Frank Hammersland Richtung Finale und man fühlt sich komplett mitgenommen. Hier sind neben den bereits erwähnten Vorbildern auch die Wurzeln eines Brian Wilson zu finden.

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Zusammenfassung
Ein wirklich wunderbar arrangiertes Album für Träumer und auch neblige Herbsttage. Entspannt und anregend, dabei aber in keinem einzigen Stück langweilig. So macht relaxte Musik richtig viel Spaß!
4.8
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