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Drei Wochen ist das siebte Studioalbum „Be More Kind“ von Frank Turner inzwischen alt und wieder erfindet er sich neu, ohne dabei sein altes Ego vollständig abzustreifen.

LP Preise vergleichen iTunes Vö: 04.05.2018 Polydor

Es ist vermutlich das Album mit den ruhigsten Tönen, dass Frank Turner bislang aufgenommen hat und Fans des mitreißenden Folk-Rocks kommen bestimmt nicht auf ihre Kosten, aber der hauptsächlich zu hörende Pop birgt die Chance, dass man als Zuhörer*in seine bevorzugte Klangwelt verlässt und sich öffnet für etwas Neues. Schafft man das nicht, bleibt einem zumindest das Lied „1933“, das den typischen Frank-Turner-Folk-Punk-Sound innehält und textlich den Geist der Zeit genau trifft. Traurig aber wahr. Auch „Brave Face“ bewahrt in gewisser Weise diesen Sound, womit wir schon die zwei Songs im alten Gewand benannt haben.

Die anderen zehn Lieder auf „Be More Kind“ sind allesamt ruhig und noch ruhiger. Während des Hörens habe ich mehr als einmal dass Gefühl, das ich mich von der Musik entferne und abzuschweifen beginne. Meine Gedanken sind nicht mehr bei Frank Turner, obwohl dieser fleißig weiterspielt, aber die letzten drei Lieder plätschern schon sehr vor sich hin.

Einige Lieder kannte man ja schon von Videoauskopplungen, dadurch konnte man sich zumindest darauf einstellen, was einen erwarten wird. Textlich eigentlich einwandfrei, die klassische Frank Turner Gesangsstimme ist äußerst variabel von angepisst bis angepasst, musikalisch ist das in vielen Teilen sehr reduziert und doch hat sich die Menge der zum Einsatz kommenden Instrumente vergrößert. So kommt „There She Is“ schon sehr theatralisch daher und ist für meinen Geschmack zu sehr überladen, „Common Ground“ wiederum könnte ein paar musikalische Aspekte mehr gut vertragen.

Nach mehrmaligem Hören entdeckt man immer weitere kleine Details und so komme ich zu dem Entschluss, dass ich „Be More Kind“ als eine weitere spannende Entwicklung in Frank Turners musikalischem Lebenslauf empfinde, die mich zwar nur phasenweise überzeugen kann, sich aber für einen gemütlichen Abend als Hintergrundmusik gut eignet. Empfehlung: Selbstgemachte vegane Lasagne mit einem guten Rotwein.

„Be More Kind“ ist ein Album für mehr Menschlichkeit und gegen die derzeitigen Zustände und ein Album was zum Nachdenken anregen soll. Also passt auf euch und eure Mitmenschen auf, seid solidarisch und kritisch. Be more kind.

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