Gamification ist ein Ausdruck, der im deutschsprachigen Raum eher unbekannt ist. Dabei ist damit nichts anderes gemeint, als Situationen außerhalb von Videospielen durch Elemente, die wir aus Videospielen kennen, interessanter zu gestalten. Man kann sich das so vorstellen, dass man bspw. in seinem Alltag bestimmte Aufgaben in Videospiel-Manier erfüllt, die man sich entweder selbst vornimmt oder die von einer App oder einer anderen Anwendung vorgegeben werden. Nimmt man sich also vor, den Weg in die Arbeit schneller zu schaffen als bisher, gilt das schon als Gamification. Diesen natürlichen Spieltrieb, über den wir Menschen ohnehin verfügen, machen sich mehr und mehr Unternehmen in Form von Spielelementen zunutze. Dadurch lassen sich in verschiedenen Bereichen alltägliche Situationen beleben, Angebote und Dienstleistungen von Unternehmen interessanter gestalten und Kunden gewinnen.

Selbstgemachte Gamification im Alltag

Menschen lieben es zu spielen. Kinder verbringen am liebsten den ganzen Tag mit dem Spielen. Selbst die langweiligsten Dinge können mit genügend Fantasie in ein aufregendes Spiel verwandelt werden. Erwachsene spielen zwar deutlich weniger als Kinder, doch auch für sie sind Spiele eine willkommene Abwechslung und weiterhin enorm förderlich für die Entwicklung und Gesundheit unseres Gehirns. Gamification kann uns dabei helfen, die Dinge effektiv zu erledigen, die wir normalerweise ungern machen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

In diesem Sinne kann man sich z.B. vornehmen, die eigene Wohnung jedes mal ein wenig schneller aufzuräumen. Das erfolgreiche Erledigen des Steuerbescheids und der lästige Abwasch können mit Punkten belohnt werden, die man später bei einem Eis oder einer anderen Belohnung einlöst. Lebt man in einer Wohngemeinschaft oder als Familie zusammen, können Aufgaben aufgelistet und mit verschiedenen Punkten versehen werden. Wer am Ende des Tages, der Woche oder des Monats am meisten Punkte bekommen hat, gewinnt und wird belohnt. Selbst bei der Arbeit kann man sich den eigenen Spieltrieb zunutze machen. Es gibt langweilige E-Mails zu bearbeiten? Kopfhörer rein, Soundtrack des eigenen Lieblings-Videospiels an und los geht’s – geht es sich aus, bis zur Mittagspause damit fertig zu werden?

Mit Apps zum spielerischen Alltag

Mittlerweile finden sich einige Apps, die sich das Ziel gesetzt haben, den tristen Alltag seiner User in ein Spiel zu verwandeln. Das kann der eigenen Fantasie auf die Sprünge helfen und das Spielen noch mehr in ein Real-Life-Videospiel verwandeln. Wie bei klassischen Videospielen, werden hier Erfahrungspunkte für das Erledigen von Aufgaben vergeben, die man später in neue Fähigkeiten investieren kann oder die einen Aufstieg im Ranking ermöglichen. Besonders viel Spaß macht das, wenn man gleich mit mehreren Freunden, Bekannten und Familienmitglieder spielt.

Andere Apps machen ihre User zum Teil einer Geschichte. Hier erhält man nicht nur Aufgaben und Aufträge (die man bspw. mit dem Joggen einer gewissen Distanz, Route oder in einem bestimmten Tempo erledigt), man taucht außerdem per Kopfhörer in eine fantasievolle Spielwelt ein. Eine App, die das derzeit besonders erfolgreich macht, ist das Zombie-Runnersgame. Je nach Level können Jogger verschiedene Aufgaben erledigen, gerne auch als Teil einer Gruppe. Die wachsende Community dieser App motiviert immer mehr Menschen dazu, gemeinsam zu laufen und zu spielen.

Eine weitere Methode für Apps um den Alltag interessanter zu gestalten, sind Spiele, die zur Kommunikation mit anderen Menschen motivieren. Neben den bekannten Spielelementen wie das erledigen von Aufgaben (im Alltag), werden hier entweder virtuelle Botschaften an bestimmten Orten hinterlegt, mit gewonnenen Spielinhalten gehandelt oder gegeneinander angetreten, wenn man auf einen Mitspieler trifft. Die wohl bekannteste Gamification-App ist PokemonGo, das gleich mehrere Optionen der Gamification kombiniert.

Unternehmen nutzen Gamification als upgrade ihres Angebots

Gamification wird auch von immer mehr Unternehmen eingesetzt, um Kunden zu gewinnen, zu unterhalten und für einen längeren Zeitraum an sich zu binden. Ein Beispiel für Gamification von Unternehmen sind Bonusaktionen. Simple Spiele wie das Entdecken von Flyern der Firma, die vorher in der Stadt verteilt wurden, das mit Rabatten oder anderen Goodies belohnt wird, finden immer mehr Anklang bei Kunden. Im Internet finden Gamification-Elemente ebenfalls immer mehr Befürworter. Allerdings sollten Unternehmen darauf achten, die Spiele interessant zu gestalten und keine plumpe Zeitverschwendung daraus zu machen.

Eine Branche, die sich die Gamification als Marketingstrategie schon seit einigen Jahren angeeignet hat, ist die der Online Casinos. Bedenkt man, neben der harten Konkurrenz unter zertifizierten Online-Casinos, dass Menschen, die sich für Glücksspiele begeistern, wohl auch an Spielelementen außerhalb von Spielautomaten und Co. Spaß haben, ist die wachsende Zahl an Gamification-Optionen wenig überraschend. Vor allem neue Casino-Anbieter machen sich das Prinzip der Gamification zunutze, um die Spieler dauerhaft zu unterhalten. Das beläuft sich bisher hauptsächlich auf die gelegentliche Vergabe von kostenlosen Boni und regelmäßig stattfindenden Turnieren. Doch immer mehr neue Elemente werden außerhalb der Casinospiele angeboten und mit verschiedensten Boni vergütet. Dazu gehören Ranglisten, bei denen Einsätze oder gewonnene Punkte der Spieler verglichen werden, und Loyalitätsprogramme, bei denen zusätzliche Boni und Goodies ergattert werden können, wenn man eine gewisse Anzahl an Runden gespielt hat. Und in Zeiten von Social Media können Spieler ihre Errungenschaften natürlich mit ihren Freunden und Followern teilen und vergleichen.

 

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