Insgesamt haben Huldra hier ein tolles Album geschaffen, dass sich gerade Leute einmal anhören sollten, die dem Ende von „Isis“ immernoch nachtrauern sollten. Jedoch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass „Monuments, Monoliths“ vielleicht nicht im ersten Moment zündet.

Bisher habe ich Salt Lake City eher mit trockenem Wetter und dem dazugehörigen Salzsee als mit guter Musik in Verbindung gebracht, umso überraschter war ich, als ein ein kleines Luftpolstertäschchen aus eben jener Stadt bei mir ankam. Als ich es öffnete fiel mir mein vor etwa einem Monat getätigter Spontankauf wieder ein. So ein Spontankauf kommt bei mir zwar nicht oft vor, jedoch beeindrucken mich manche Bands und Songs beim ersten reinhören so sehr, dass ich quasi im Affekt direkt die passende CD dazu (vor)bestelle.

Das Cover ist recht schlicht gehalten und allgemein sieht die Hülle zwar hübsch, aber doch recht nach DIY aus, was jedoch keinesfalls negativ gemeint ist.

Huldra heisst die Band, dessen neueste CD „Monuments, Monoliths“ nun vor mir liegt und nahezu darauf wartet rezensiert zu werden, trotzdem lässt mich der Bandname nicht los und ich muss ein wenig recherchieren um die Hintergründe des Namens zu erfahren.

Die Huldra ist eine Figur der skandinavischen Mythologie, eine Wächterin des Waldes, quasi eine weibliche Form der Trolle die insbesondere junge Männer dazu verführt ihr in den Wald zu folgen. Skandinavische Mythologie als Vorlage einer Post-Metal-Band aus Salt Lake City? Mutet mir auf den ersten Blick recht gewöhnungsbedürftig an, war ich dies doch bisher eher von Black Metal-Bands aus eben skandinavischen Gefilden gewohnt, aber mal sehen wie sich der Name musikalisch einfügt.

Zugegeben: „Monuments, Monoliths“ ist musikalisch keine Offenbarung oder bietet grossartige Neuerungen, ist aber trotzdem ein gutes Stück Musik und nach ca. 3 Durchläufen erinnert mich das Ganze sehr stark an eine Mischung aus „Long Distance Calling“ und den inzwischen aufgelösten „Isis“. Die Produktion klingt sauber, druckvoll und auf den Punkt, aber das sollte inzwischen fast eine Selbstverständlichkeit sein.

Stimmlich ähnelt Sänger Matthew Brotherton, gerade in ruhigen Moment wie in „Ursidae“, dem Song, der mich im Vorfeld bereits begeistert hatte, wirklich sehr Aaron Turner, ob das so gewollt wahr, sei mal dahingestellt.

Überhaupt hat das Album Stärken in den ruhigen Momenten, die Melodien wirken nicht resignativ und depressiv, sondern stecken viel mehr voller Hoffnung und Träumen.

Die erste Hälfte kommt leider etwas schwer in Gange, was meiner Meinung nach daran liegt, dass hier zwar gut gearbeitet wurde, das Album dort jedoch nicht sehr weit über Durchschnitt hinauskommt.

Trotzdem gilt es sich ein wenig durchzukämpfen, denn anschliessend wird man mit der mehr als gelungen zweiten Hälfte ab „As Above, so below“ bis zum wirklich grandios schönen „The City in the Sky“ belohnt.

Insgesamt haben Huldra hier ein tolles Album geschaffen, dass sich gerade Leute einmal anhören sollten, die dem Ende von „Isis“ immernoch nachtrauern sollten. Jedoch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass „Monuments, Monoliths“ vielleicht nicht im ersten Moment zündet.

Mit skandinavischer Mythologie hat das Album musikalisch zwar überhaupt nichts zu tun und auch die Texte sind mehr poetischer Natur. Dies macht jedoch überhaupt nichts, es gibt genügend Bands mit keiner speziellen Geschichte hinter dem Bandnamen, aber wieder was dazu gelernt habe ich allemal.

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