Gerade in extrem unruhigen Zeiten wie diesen, veröffentlichen Hum aus Champaign, Illinois ganz einfach mal ein positiv stimmendes Reunionalbum und zeigen deutlich auf, dass sie nichts verlernt haben.

Hums letztes Album liegt eine halbe Ewigkeit zurück. Um genau zu sein, satte 22 Jahre. Die Band schließt mit Inlet da an, wo sie aufgehört hat und konzentriert sich darauf, Songs zu schreiben die trotz der Längen von teilweise 5-8 Minuten immer spannend sind und sich ins Gedächtnis fräsen.

Waves, der Opener, markiert gleich die bekannten Trademarks von Matt, Tim, Jeff und Brian.

Unaufdringlicher, melodischer Gesang trifft grungige, atmosphärische Gitarren, die sich perfekt mit dem warmen Bass und einem abwechslungsreichen Schlagzeugspiel ergänzen.

Startend mit mittlerer Geschwindigkeit läuft der Indierock-Post-Hardcore-Motor schnell auf Hochtouren. Mit In the Den, läßt sich sogar ein kleiner Hit vom Kaliber Stars verorten. Blendet man dabei die modernere, druckvollere Produktion kurz aus, könnte man meinen dieser Track sei zu Zeiten von You’d Prefer An Astronaut entstanden. Das Tempo wird etwas angezogen, Schlagzeug und Bass grooven bis zum Anschlag und die Gitarren scheinen sich mit fortschreitender Songlänge zu duellliren, um so den Song seinem Schluß entgegenzutreiben.

Desert Rembler kontert danach mit Zeitlupentempo, addiert die epische Atmosphäre einer Mondexkursion und punktet mit spannenden, fast schon Postrock artigen Instrumentalparts bei denen kein Ton zu viel gespielt ist. Hum beweisen mit einem Track wie The Summoning zudem, ein in ihren Sound integrierter, fast schon Stonerrock anmutender Part, steht ihnen genauso gut zu Gesicht, um sofort die nickenden Köpfe auf der richtigen Seite zu wissen.

Hum schaffen ein Album, das man gut als eine Mischung aus You’d Prefer An Astronaut und frischen Songideen bezeichnen könnte. Die 4 servieren dem geneigten Hörer 47,29 Minuten lang, schöne, druckvolle bisweilen auch träumerisch anmutende Musik im Spannungsfeld zwischen Indierock, Shoegazer und Postgrunge, die klar einen Background im Hardcore findet.

Die beiden folgenden Songs nehmen sich wieder etwas zurück und überzeugen mit der warmen, unaufgeregten Stimmung die dieses Album durchzieht. Abgeschlossen wird Inlet durch Sharpshifter, der die Geschwindigkeit nochmals reduziert, fast mit angezogener Handbremse zum stehen kommt und einfach ohne kurze Umschweife zu Ende ist.

Definitv, mit Hum ist in dieser Form wieder zu rechnen. Eigentlich unerklärlich, warum die Band bis jetzt noch nie die ganz große Aufmerksamkeit erfuhr. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

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