„Auf in die Zukunft mit Human Abfall“. Auch wenn diese Zeile sehr viel eher nach Drohung denn nach Einladung klingt, ist man doch selbst nach dem düsteren Terror von einem Song wie „Abgesagt“ geneigt der Aufforderung Folge zu leisten.

Wer bereits die Gelegenheit hatte Human Abfall in einem seiner favorisierten Konzertschuppen zu bewundern, dem ist der in dieser Band latent vorherrschende Wahnsinn sicher nicht entgangen. Eben jener schlägt sich tatsächlich nicht nur in der grenz-psychopathischen Gestik des Sänger nieder, sondern nicht zu verkennen auch im neuen Langspieler der Band, welcher auf den Namen „Tanztee von unten“ hört.

Ein Brett von einem Post-Punk-Schrammel-Irrsinn.

Instrumental verbleiben Human Abfall zumeist in einem recht gesitteten Rahmen. Es wird selten ausgebrochen, stattdessen stampfen Schlagzeug und Bass die 10 Tracks von „Tanztee von unten“ im Stil der guten alten Dampflok durch, während die Gitarre vor sich hin wabert und sich der Gesang in manischer Weise in seinen eigenen Gedanken verliert. Eine Mischung, die in Songs wie „Überkatze“ noch ziemlich treibende Knospen trägt und im Lauf der Platte stetig gruseliger erscheint. Human Abfall verlieren sich zunehmend in einer Endlosschleife der Unheimlichkeit und Frustration. Es ist interessant diesem Sog zu lauschen, der in einem Moment scheinbarer Genugtuung gipfelt.

„Auf in die Zukunft mit Human Abfall“. Auch wenn diese Zeile sehr viel eher nach Drohung denn nach Einladung klingt, ist man doch selbst nach dem düsteren Terror von einem Song wie „Abgesagt“ geneigt der Aufforderung Folge zu leisten. Human Abfall lassen sich in ihrer äußerst scharfsinnigen Art der Reflektion des alltäglichen Wahnsinn von Bürokratie und anderen Scheußlichkeiten dieses Landes schlecht ignorieren.



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