Cargo-Vinylaktion

Emilie Zoé hat gerade ihr neues Album „The Very Start“ veröffentlicht. Dies nahmen wir zum Anlass und haben der Musikerin ein paar Fragen gestellt.


Hallo Emilie. Danke für deine Zeit und deine Musik. Ich bin wirklich beeindruckt von deiner neuen Platte.

Hallo und Danke für euer Interesse. Ich bin sehr glücklich darüber, eure Fragen zu beantworten.

Würdest du bitte deine Musik in fünf Worten beschreiben, für alle die sie nicht kennen?

Rau, ehrlich, intim, melodisch, menschlich.

Dein neues Album „The Very Start“ ist gleichzeitig kraftvoll und depressiv. Wenn ich deine Musik höre, habe ich Bilder im Kopf die traurig und schön zugleich sind. Woher kommen diese Gefühle und was ist der Grund für diese Art von Musik?

Ich erinnere mich, dass ich als Kind von meinem Schlafzimmerfenster auf den See schaute, an nebligen Tagen, wenn wir das Ufer auf der anderen Seite nicht sehen konnten, habe ich geglaubt, es hätte kein Ende. Es war so intensiv, emotional und wunderschön. Ich weiß nicht, woher diese Gefühle kommen, aber ich denke, jeder hat sie. Der Geisteszustand, in dem ich Songs schreibe, ist oft sehr ähnlich. Ich denke viel darüber nach, wie sich Menschen verhalten, wie wir in einer begrenzten Welt für eine begrenzte Zeit leben und wie wir daher mit Entscheidungen und Situationen umgehen müssen. Es stellen sich Fragen, und Lieder sind oft eine mögliche Antwort darauf. Das ist vielleicht der Grund, warum sie, wenn sie etwas tiefgreifendes berühren, keine „glücklichen Lieder“ sind. Aber ich bin wirklich eine glückliche, enthusiastische und liebende Person!

Würdest du sagen, dass deine Musik nichts für traurige Menschen ist?

Es besteht aus Dingen, die mich berühren, also glaube ich, dass es jeden berühren könnte. All diese Überlegungen und Fragen, die ich oben bereits gesagt habe, können bewirken, dass wir uns schwach oder traurig fühlen. Aber die Lieder sind immer voller Liebe. Das Teilen davon macht uns stärker und hoffnungsvoller.

Was bedeutet der Titel deines neuen Albums? Der Start wovon?

Es ist mein zweites Album. Das erste, Dead-End Tape (2016), wurde fast zufällig aufgenommen. Es ist ein Solo-Demo-ähnliches Album. Ich spiele aber kaum Solo, denn auf der Bühne ist eigentlich immer auch mein bester Freund Nicolas Pittet, der Schlagzeug spielt. Fast alle dieser neuen Songs leben bereits seit zwei Jahre auf der Bühne. Ich habe lange gebraucht, um zu wissen, wie man sie auf Tonband legt, aber ich hatte die Intuition, dass Christian Garcia-Gaucher (Velma, Meril Wubslin), die richtige Person dafür ist. Er hat uns geholfen, zum Kern der Songs zurückzukehren und den Live-Charakter jedes Songs beizubehalten. Es ist das erste Album, an dem ich an allen Entscheidungen teilnehme. So möchte ich, dass meine Musik klingt.

Dieser Titel bezieht sich auch auf die Tatsache, dass die Songs von der Zeit handeln, wie sie vergeht und wie sie uns beeinflusst. Ich lerne gerne etwas über die Sichtweise der Astrophysiker, über Reflexionen und Entdeckungen über den Ursprung der Dinge, wenn es einen Ursprung gibt.

Wann wirst du das nächste Mal in Deutschland spielen? Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Unser Plan ist, dass wir 2019 in Deutschland touren, aber die Konzerte sind noch nicht gebucht. Zögert also nicht, euren Freund*innen mit Veranstaltungsorten mitzuteilen, dass sie uns einladen können. Wir werden dort gerne spielen!

Am Ende zwei kurze Fragen: Nenne uns doch bitte deine zehn Lieblingsplatten.

  • The Desoto Caucus – Offramp Rodeo
  • Eels – Wonderful, Glorious
  • Elliott Smith – XO
  • Girls In Hawaii – Plan Your Escape
  • Great Black Waters – Songs for a Bath
  • Lhasa – The Living Road
  • Louis Jucker – Eight Orphan Songs
  • Meril Wubslin – .1.
  • Noir Désir – Des Visages Des Figures
  • Two Gallants – What The Toll Tells
    (Alphabetische Reihenfolge)

Eine einsame Insel. Welche drei Dinge würdest du mitnehmen?

  • Samen um großartige essbare Pflanzen wachsen zu lassen.
  • Ein warmer Hoodie, der mein Lieblingskleidungsstück ist.
  • Papier und Stift, um zu dokumentieren, was auf der Insel und in meinem Kopf passiert.

Titelbild: Emilie Zoé | (c) Anais Blanchard

Video: Emilie Zoé präsentiert ihren „Tiger Song“ in einer tollen Live-Version (+ Vinyl-Giveaway)

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