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Die belgische Band Lethvm schmiedet aus Genres wie Doom, Sludge, Death und Black Metal sowie Hardcore ihren einen eigenen Sound zwischen Aggression, Verzweiflung und Melancholie und haben ihr Debütalbum This Fall Shall Cease vorgelegt. Unser Autor Christian Hennecke sprach mit den Musikern.


Euer Album strahlt ein Gefühl von Dunkelheit, Verzweiflung und Melancholie aus, das alle Stücke durchzieht. Würdet ihr es als Konzeptalbum bezeichnen? Wo seht ihr Verbindungen?

Ich denke, wir können nicht insofern von einem Konzeptalbum sprechen, als es keine durchgehende Geschichte hat. Allerdings wollten wir, dass man sich das Album am Stück wie einen langen Sturz anhören kann. Besonders aufmerksam haben wir uns den Übergängen gewidmet, so dass der Sturz nicht aufhört. Das erste und letzte Riff des Albums sind spiegelverkehrt aufgebaut, sodass man die Schallplatte wieder und wieder auflegen kann.

Wodurch wurden die unterschiedlichen Stücke inspiriert? Und inwieweit fanden diese Quellen Einzug in die Stücke?

Instrumental gesehen beziehen wir Inspiration von Bands wie Cult Of Luna, Amenra und Neurosis: Heavyness mit einer atmosphärischen Seite. Wir sind uns des Einflusses, den diese Bands auf uns haben, sehr wohl bewusst, daher haben wir ihre Musik sozusagen verdaut, um einen uns eigenen Sound, eine eigene Herangehensweise zu schaffen.

Wie viel von euch selbst steckt in der Musik? Gibt es persönliche Verbindungen oder ist es mehr ein Interesse an den jeweiligen Dingen?

Lethvm ist von unserer Identität nicht zu trennen. Es ist sehr introspektive Musik. Insbesondere die Texte sind Träger sehr starker Gefühle. Um Stücke auf der Bühne ehrlich singen zu können, brauche ich eine Verbindung zu Text und Musik.

Könnt ihr etwas zum musikalischen Hintergrund eurer Mitglieder sagen?

Drei der ursprünglichen Mitglieder haben bereits vor der Gründung von Lethvm miteinander gespielt. Bereits damals bewegten wir uns in dunklen Atmosphären. Vincent, der kurz nach dem Debut zu uns stieß, spielte vorher bei Death By Nature und Oldd Wvrms. Ab da entwickelten sich die Dinge sehr schnell.

Was hat euch als Band zusammengebracht und was war Grundlage der Richtung, die ihr eingeschlagen habt?

Das Bedürfnis, Dinge nach außen zu entlassen, uns selbst zu leeren. Die Erlösung, die Musik schenken kann, ist die treibende Kraft der Band. Zuerst beim Prozess des Komponierens und dann bei der szenischen Aufführung, die möglichst intensiv sein soll.

Könnt ihr euren kreativen Prozess näher beschreiben? Wie geht ihr bei der Arbeit an neuer Musik vor?

Der Prozess läuft meist gleich ab: Jemand kommt mit einem Riff, einer Idee zu den anderen und wir spielen es zusammen, um eine Übereinstimmung zu erreichen. Daran schließt sich der längste Teil an, der am Computer erfolgt. Wir zerren das Stück in alle möglichen Richtungen, um ihm eine möglichst vollendete Form zu geben. Wenn wir damit zufrieden sind, schreibe ich die Texte und dann spielen wir das Stück im „Übungsmodus“, um seine Kraft zu spüren.

Hat sich eure Arbeitsweise mit der Zeit geändert?

Nein, bisher ist sie gleich geblieben. Allerdings entwickeln sich die Stücke nach dem Aufnehmen weiter. Als Teile unserer selbst wachsen sie mit. Von den Stücken, die wir live spielen, finden sich Teile nicht auf den Alben wieder. Und für uns ergibt dies Sinn.

Eure Musik ist von großer Intensität und Wucht. Wie erlebt ihr das live auf Tour? Es es eher erschöpfend oder erfüllend?

Für mich hat jedes Konzert sowohl etwas von Freude als auch Melancholie. Es ist eine Herausforderung für Körper und Geist und der einzige Ort, an dem Dinge auch völlig ohne Worte gesagt werden können. Lethvm beansprucht auf der Bühne alle Sinne.

Welche Musik hört ihr privat? Könnt ihr ein paar eurer Lieblingsalben unabhängig vom Genre nennen und warum sie euch gefallen?

  • Vincent: Ich höre meistens klassische Musik, Eglise, Amenra und Black Sheep Wall. Das Album, das ich mir für den Rest meines Lebens anhören könnte, ist Uroboros von Dir En Grey. Und zwar wegen der Schönheit seiner Melodien, seiner Originalität und seiner Heftigkeit. (Keine schlechte Wahl, findet unser Autor.)
  • Tony: Da gibt es eine Menge, von dreckigem Doom wie Fistula, This Gift Is A Curse bis zu Syndrome, Chelsea Wolfe und Jacques Brel. Meistens düstere Musik. Mein Lieblingsalbum bleibt MASS IIII von Amenra. Punkt.
  • Mathieu: Ich höre meistens Classic Rock im Radio. Mein Herz gehört aber den Deftones und das Album, dass meine Sicht und den Musikstil geändert hat, in dem ich mich entwickeln will, ist „Salvation“ von Cult Of Luna.

Hat ihr derzeit noch andere Projekte, an denen ihr arbeitet?

Im Juni touren wir in Frankreich und dann sind da natürlich das Durbuy Rock und das Dunk! Festival. Wir können es kaum erwarten, unsere Musik einem größeren Publikum vorzustellen. Schlussendlich schreiben wir natürlich neues und zimmern weiter an unserem Universum.

Vielen Dank für das Gespräch!

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