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Die Suche nach dem perfekten Drummer, Cola-Rum gegen Lampenfieber und Pudelmotten, die ins Licht fliegen: Die Hamburger Sludger The Moth haben einiges zu erzählen.

Ende 2012 habt ihr euch laut Promo-Zettel gedacht: „Wir gründen mal eben eine Band.“ Sechs Monate später war euer Debüt „They Fall“ so gut wie fertig. War das alles wirklich so einfach?

Cécile: Ja. Als die Band ein Mal stand, und das war mit unserem Schlagzeuger Tiffy Ende 2012 der Fall, ging alles ganz schnell. Vorher haben wir ziemlich verzweifelt nach einem passenden Drummer gesucht. Acht sind vorstellig geworden, aber erst bei Tiffy war sofort klar: Du bleibst jetzt hier! Klar hatten Freden und ich schon vorher Riffs und auch Songs am Wickel.

Eure Musik lässt vermuten, dass ihr Baroness, Crowbar und Kylesa schätzt. Ist diese Vermutung richtig und welche Bands haben noch Anteil an eurem Sound?

Cécile: Das stimmt auf jeden Fall! Wobei: Freden hat in „Baroness“ und „Kylesa“ erst vor kurzem reingehört. High on Fire, Eyehategod, Black Sabbath und andere Bands haben uns genau so beeindruckt. Und ich persönlich würde Fredens Riffs überall heraus hören.

Wie läuft das Songwriting bei euch ab?

Cécile: Bei den Proben daddeln wir dem anderen unsere Riffs vor. Freden lässt seine meist lange sacken, bevor er sicher ist, dass die echt geil sind, und kommt dann damit rum. Meine entstehen meist spontan im Proberaum. Die Riffs basteln wir dann zu Songs zusammen. Manchmal geht das ganz schnell, mal dauert das echt lange.

„Open Forest“ geht als glatter Ohrwurm durch, der Titeltrack „They Fall“ zeigt eure doomige Seite. Das ist Vielfalt innerhalb des Genres. Wie würdet ihr einem Sludge/Doom/Stoner interessierten Musikliebhaber euer Debüt beschreiben (und schmackhaft machen)?

Cécile: Es ist tight und satt und dadurch, dass die Riff-Stile zweier Personen zusammenkommen auch ziemlich abwechslungsreich.

Was hat es eigentlich mit der Motte auf dem Cover von „They Fall“ auf sich? Venezuela, ein Biologe mit Musikgeschmack und eine neue Insektenart? Bitte erzählt die Geschichte einmal!

Cécile: Eigentlich wollten wir ein gezeichnetes Cover. Das hat aber irgendwie nicht hingehauen. Weil keiner aus der Band zeichnen kann, habe ich dann im Netz einfach mal „Moth“ eingegeben. Da bin ich auf ein Foto dieser abgefahrenen Motte gestoßen und hab den Urheber angeschrieben und gefragt, ob wir das Bild verwenden dürfen. Er hat gleich geantwortet: klar, kein Problem. Später habe ich ihn noch mal angemailt, um nach seinem richtigen Namen für die Credits zu fragen. Er sagte: Dr. Arthur Anker. Den habe ich dann auch gegoogled und da kam raus, dass er so ein krasser Wissenschaftler ist und dieses Motten-Foto durch die Weltpresse gegangen war. Er hatte die Motten-Art in Venezuela fotografiert und im Netz veröffentlicht. Zuerst hat keiner geglaubt, dass die echt ist. Sie heißt: Poodle-Moth.

Warum habt ihr euch eigentlich nach einem der aufdringlichsten Insekten benannt?

Cécile: Wir haben nicht an die kleinen Mottenviecher gedacht, die im Schrank Klamotten annagen, sondern an die dicken Brummer, die durch die Nacht fliegen. Und immer das Licht ansteuern.

Der abwechselnde Männer- und Frauengesang verleiht eurer Musik den gewissen Wiedererkennungswert und Dynamik. War von Anfang an klar, dass ihr euch die Gesangsparts teilt?

Cécile: Ich wusste auf jeden Fall, dass ich ans Mikro wollte, auch wenn ich ziemlichen Schiss davor hatte. Als Freden dann wieder an die Gitarre gewechselt ist (er hatte in der alten Band die Drums gespielt), hatte er auch Bock drauf. Also haben wir uns irgendwann ne ordentliche Cola-Rum-Mische eingeschenkt und es ausprobiert, wir hatten vorher noch nie in Bands gesungen. Es war sofort geil zu zweit.

Welche Ziele habt ihr euch als Band gesteckt?

Cécile: Gute Riffs und gute Songs zu schreiben, für die nächste Platte. Weiterhin den Gesang entdecken. Wir hätten auch derbe Bock drauf, mal ne kleine Tour in England zu spielen.

Mit wem würdet ihr gern mal auf Tour gehen?

Cécile: Mit High on Fire und Baroness, wenn man mal träumen darf!

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