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James Blake ist dreißig. Nach zehn Jahren gequältem, turbulentem Umsichselbstdrehen, tiefer graben in den eigenen Depressionen und Visionen sollte man doch meinen, für ihn hoffen, er sei mal langsam auf der anderen Seite angekommen.

Vö: 18.01.2019PolydoriTunesCD kaufen

Man sollte James Blake wünschen, etwas Licht gefunden und in seine Songs gehäkelt zu haben. Sogleich aber die Angst eines jeden Fans, dass Reife und Stabilität weg führt vom wahnsinnigen Genie, man sich nun nur noch mit belanglosem Verwalten der Karriere zufrieden geben muss.

Keine Sorge, das könnte James Blake gar nicht. Aber auf Album Nummer vier gibt es tatsächlich mehr Lichtblicke, weniger Schwermut als auf den Vorgängern. Vor allem, wenn Blake nicht alleine da steht, andere mit in seine Welt holt, ist da ein neues Leuchten, das im grauen Winter mehr als gut tut. Ob mit Beat-Gott Metro Boomin, Trapper der Stunde Travis Scott, Indie-Darling Moses Sumney, altem Hase André 3000 oder Flamenco-Fee Rosalía – die neue Leichtigkeit bringen die Gäste.

Auf den anderen acht Songs wird es gewohnt schwermütig, zynisch, vergospelt und verspielt.

Tatsächlich ist das auch einer der wenigen Vorwürfe, die man Blake machen kann. Dreht er sich um sich, tritt die künstlerische Entwicklung etwas auf der Stelle. Bei einem Verklausulierer und Soundmagier wie James ist das Pendeln zwischen Neu und Alt zentrales Element. So richtig entschieden hat er sich auf Assume Form noch nicht. Ein fantastisches Übergangsalbum, vom unruhigen Jungsein zum weisen, aber resignierten Ankommen, ist das Album geworden. Darin glänzt es.

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