Vinyl immer portofrei bei jpc.de

Der Präsident verschanzt sich in seinem Panic Room und schaut verchromte Action-Thriller.

Vö: 29.09.2018 Dunk!records iTunes LP kaufen

Düster cool wirkt das von jeffk gewählte Artwork, mithilfe der beigelegten Old-School 3D-Brille präsentiert es sich gar in der dritten Dimension.

Nicht unüblich in dieser (häufig instrumentalen) musikalischen Marschrichtung bricht sich die Abwesenheit von Worten dann in den Songtiteln selbst Bahn, die ein gewisses Worte-aneinander-reih-Gewissen vermissen lassen.

Doch die drei Jungs von jeffk vermitteln mit ihren Instrumenten eindeutige Stimmungsbilder, die von überlangen Songtiteln bestenfalls präzisiert oder schlechtenfalls zerdefiniert werden könnten. Somit verwenden sie auch dort lieber wenige Worte und nehmen sich musikalisch ausreichend zeitlichen Raum, um ihre Kompositionen auszuformulieren (The Up High Down Low Low 8:12, Vorare 10:13, Oh! Eightball 6:30, Black Hole White Sheet 6:40, Hawaii 05:16).

Gegründet schon 2007, trat das Trio erst 2010 und 2012 in Tonträger-Erscheinung mit den EPs „Licht/quell“ und „In The Darkest“, letzteres gar schon als Vinyl (ausverkauft, mit Aussicht auf Repress).

Danach ist nun wieder etwas Zeit ins Land gezogen, aber irgendwas hat die Jungs dazu veranlasst im Jahre 2018 mal auf die Tube zu drücken. Somit haben sie sich in der ersten Jahreshälfte dazu veranlasst gefühlt, vermehrt wieder live in Erscheinung zu treten und gar mit einem Slot auf dem lukrativen Szene-Happening Dunk!festival zu punkten. Es liegen mir keine Informationen vor, ob sie zu dem Zeitpunkt schon auf Dunk!records gesigned waren, danach waren sie es auf jeden Fall: denn Dunk!records veröffentlichte im September dann auch vorliegendes Album (in den Farben Green / Violet / White marble zu je 100 Einheiten). Passend zum Release gab es im Oktober dann noch eine Tour quer durch die Republik und darüber hinaus, inklusive Schweiz, Frankreich und Italien.

Klangen bei der Debut EP noch Reminiszenzen von Szene-Lieblingen The Samuel Jackson Five durch, so haben sie sich mittlerweile von Vorbildern emanzipiert und mischen komplett ihr eigenes Gebräu.

Leichtunterkühlt beleuchtet von einer Spur Leuchtstoffröhrenlicht, mit gelegentlichem Flackern, selbstverständlich passend zum Takt.

Die flirrigen Neon-Picking-Parts vermitteln eine vermeintliche Leichtigkeit, jedoch schwingt unterschwellig permanent etwas Bedrohliches mit, was auch immer wieder durch grimmig gestimmte kurze Drone-Passagen oder kurz zupackende Fuzzbisse intensiviert wird. Sowieso ist das Zusammenspiel dieses Trios absolut erhaben und greift wie ein tickendes Steam-Punk-Uhrwerk ineinander. Es ist gut vorstellbar, daß sie diese Eigenschaft live auf der Bühne hör- und spürbar exzellent umsetzen können, was auch ihre verdiente Popularität leicht erklären könnte. Ich wünsche den Aufsteigern auf jeden Fall weiterhin so einen guten Weg und hoffe das sich der Ihre und meiner in naher Zukunft kreuzen.

Titelbild: jeffk | (c) Druckwelle Design

prettyinnoise.de präsentiert: Dunk!festival 2019 – 10 von 39 Acts bereits bestätigt

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