Am 30.09.2016 erscheint Joseph Myers‘ drittes Album „Against the Sea“ via Timezone Records. Der Singer-Songwriter lässt den Zuhörer in der Hektik des Alltags innehalten und hüllt ihn mit seiner warmen Stimme und bittersüßen Melodien ein.

Nach „An Impulse from Within“ (2012) und „Puzzles and Places“ (2014) folgt nun Joseph Myers‘ bislang persönlichstes Werk. Er braucht nicht viel, um seine Geschichten zu erzählen. Seine Gitarre, ein Klavier und Streicher genügen, um schmerzlich-schöne Erinnerungen an Vergangenes zu wecken. Wer sich darauf einlässt, dem bietet sich eine intime musikalische Widmung eines Enkels an seine Großeltern.

„Winter is on its way, the snow is falling down the valley“. Wenn man den ersten Song des Albums, „Bride and Groom“, hört, fühlt man sich an die wohlige Atmosphäre alter Coldplay-Alben erinnert. Er stimmt melancholisch und reicht im gleichen Moment liebevoll eine tröstende Hand, gibt Geborgenheit. Myers beschwört das Bild eines kalten Wintertages herauf, an dessen Ende man in die sichere Wärme des eigenen Zuhauses zurückkehrt. Trotz dieser sehr sentimentalen Schilderung schafft er es, den Balanceakt zwischen Emotionalität und Rührseligkeit zu bewältigen und ein stimmungsgeladenes Eingangsstück zu schaffen.

Mit der Berlinerin Illute holt Myers eine Duettpartnerin an Bord, die mit ihrem zarten Gesang dem schlicht gehaltenen Stück „Rescue Me“ die nötige Zerbrechlichkeit gibt. Dabei bilden die beiden Sänger keine Gegensätze, sondern ergänzen sich und unterstreichen so die harmonische Stimmung des gesamten Albums.

„Lost in the Crowd“ beginnt ruhig und gewinnt nach und nach an Tempo, bis Myers‘ Stimme schließlich in einem Chor aufgeht. Ein Crescendo, das fast hymnische Züge annimmt, bevor es schließlich im richtigen Moment in der ergreifenden Schlichtheit einer Klavierbegleitung endet. Tatsächlich überzeugt Myers gerade dann, wenn er die Ruhe und Wärme, die seine Stimme mit sich bringt, wirken lässt – so wie im vierten Song des Albums, „Elisabeth“.

Der Song richtet sich an Myers‘ verstorbene Großmutter. Er berührt durch Einfachheit und gibt gerade dadurch die Möglichkeit, sich ihm umso mehr hinzugeben. Das Lied erzählt von der Trauer eines Zwölfjährigen, der einen geliebten Menschen verloren hat. „Blame it on me, wasted my time“. Die tiefe Reue, die in diesen Worten mitschwingt, wirkt so aufrichtig und echt, dass es Joseph Myers gelingt, große Gefühle zu zeigen, ohne dabei pathetisch zu wirken. Er erlaubt es, mit ihm zu lieben und zu leiden, ihm nahe zu sein – einer der ruhigsten und schönsten Momente des Albums.

Insgesamt kommt der Rest des Albums ohne Höhen und Tiefen aus. Joseph Myers kreiert einen Klangteppich, der seine Zuhörer auf sanften Wellen trägt und elf Lieder lang verweilen lässt. Er lädt dazu ein, die eigenen Sorgen auszublenden und einen Blick in das Familienalbum des Künstlers zu werfen. Die liebevolle Gestaltung dieser Lieder gibt den selten gewordenen Momenten der Ruhe ihre Kraft zurück.

Joseph Myers live:
01.10.2016 – Wuppertal, Bandfabrik
04.10.2016 – Bochm, I Am Love
06.10.2016 – Köln, Lichtung
19.10.2016 – Leipzig, Café Homele
25.10.2016 – Bremen, Karton

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