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Fabian Altstötter, einst bekannt durch Sizarr, ist jetzt Jungstötter.

Vö: 01.02.2019PIASiTunesLP kaufen

Nachdem Philipp Hülsenbeck (Ex-Sizarr, jetzt P.A. Hülsenbeck) bereits mit Garden Of Stone ein Wahnsinnsalbum veröffentlicht hat, erscheint nun mit Love Is Jungstötters Debutalbum. Neben Manuel Chittka (Love-Songs, Ex-Messer) am Schlagzeug und Philipp Hülsenbeck an der Gitarre, mischt auch Produzent Max Rieger (All diese Gewalt, Die Nerven) mit. Es könnte kaum interessanter werden!

Jungstötter selbst hat sich weiterentwickelt.

Sein Songwriting bekommt Form, seine Stimme wird zum Ausdruck. Er selbst wird zum Erzähler, ganz in der Tradition von Nick Cave. Love Is erinnert an Murder Ballads, an Anohni, an Scott Walker. Love Is präsentiert einen David Lynch Film, in rotem Samt gekleidet.

Silence als Opener deutet die vermeintliche Ruhe des Albums an. Piano, Gitarre, alles gleitet, Hall plätschert ganz nach der Art Max Riegers. Silence erhebt sich, baut sich auf, reduziert auf das Besondere und klingt aus. Sally Ran kleidet sich mit prägnantem Bass und perkussivem Gerüst bevor es von einer quälend aufschreienden und sägenden Gitarre durchbrochen wird. Am Ende findet es Versöhnung im schemenhaften Chor.

Im Titelsong Love Is kommt es zum Dialog im Duett; romantisch und sanft, bis sich die Schwere im post-industrial Gewand verdichtet und mit walgesangartigen Gitarren zersetzt bis nichts mehr übrig bleibt. Mit Black Hair folgt eine versöhnliche Ballade.
In Too Deep besticht durch die vibrierende und pulsierende Gitarre. Schwebend darüber, ein erzählerischer Gesang mit der stimmlichen Dringlichkeit und eines Nick Cave. Am Ende erklingt, wenn es nicht doch eine Trompete ist, eine nach verzerrter Trompete klingende Gitarre und zeichnet eine unverwechselbare und einzigartige Soundlandschaft ab, ähnlich dem Soundtrack, den Neil Young einst Jim Jarmusch beisteuerte.

Gewohnt atmosphärisch reiht sich The Wound Wrapped In Song ein, Jungstötters erste Singleauskopplung. Besonders schön im Liveduett mit Anja Plaschg (Soap&Skin), die ebenfalls Ende letzten Jahres ein beeindruckendes Album rausbrachte.
Systems vereint eine klassische Gitarre mit zittrig-düsterer und doch ruhiger Stimme, baut immer weiter auf bis es in nahezu loophafter Eigendynamik ausbricht. Wabernd und sphärisch geht es mit I Wonder Why weiter, bis sich in The Rain alles in Ruhe auflöst, begleitet nur vom Piano.

To Be Someone Else, das letzte und längste Stück der Platte, ist Jungstötters finaler persönlicher Weeping Song. „Sometimes I don’t feel like myself, sometimes I feel like someone else“ singt Jungstötter, getragen von einem Kontrabass aus den Wäldern Twin Peaks. Introvertiertheit findet hier Ausdruck.

Love Is changiert zwischen sanfter Schwere und tiefer Romantik, schummrig und ruhig. Es ist erdrückend und befreiend. Jungstötters Gesang findet über düsteren und atmosphärischen Soundlandschaften gewillt Ausdruck. Die Instrumente stehen ihm dabei nicht nach. In ihrer Verschiedenheit umgeben sie ihn. Alles liegt in der Schwebe und wabert vor sich hin. Kaum erschienen formuliert Love Is eine schwer zu fassende Dringlichkeit, die es jetzt schon zu einer der wichtigsten Platten 2019 macht.

Love is the sin we waited for
Love Is is the record we were longing for!

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Zusammenfassung
Love Is changiert zwischen sanfter Schwere und tiefer Romantik, schummrig und ruhig. Es ist erdrückend und befreiend. Jungstötters Gesang findet über düsteren und atmosphärischen Soundlandschaften gewillt Ausdruck.
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