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Im Informationstext zu dem Album wird „The Tale of Me and You“ als perfekter Soundtrack für den Frühling vorgestellt. Vielleicht ein wütender Frühling. Ein Frühling mit viel angestauter Aggression und einem diszipliniertem Mittelfinger. Ein Frühling mit 40 Grad und Schweiß. Also ein wütender Sommer. Ein Sommer mit Kim Baxter – eine schöne Vorstellung.

Kim Baxter ist blond. Kim Baxter ist rebellisch. Kim Baxter hat auch ein Faible für Accessoires aus den sechziger Jahren und Kim Baxter ist eigentlich die Sängerin der All Girl Summer Fun Band. Aber die pausieren jetzt, eine Baby- und Künstlerpause und deswegen hat Kim Baxter jetzt ein Beinahe-Soloalbum geschrieben. „The Tale of Me and You“ heißt es und es ist in Portland, Oregon geboren, als Kind von Kim Baxter und ihrem Mann Chris Flanagan. Der ist nämlich auch Musiker. Also Schlagzeuger. Und Produzent des Albums. Und Regisseur des ersten Videos. Wie praktisch.

Der Titel des Albums ist wider jeder Höflichkeitsform und angelehnt an die Zeile des gleichnamigen Songs. Kim erklärt auf ihrer Website, dass es frei gesetzt sei und halt rein pragmatisch. Es handele sich hierbei nämlich um etwas lyrisches, etwas ohne politische Regeln. So heißt es dann: „We’re left with nothing new, but the tale of me and you“. Ganz schön lyrisch, diese Baxter. Entgegen ihrer vermeintlichen Namensvetterin, allerdings, ist sie musikalisch und ehrlich. Sie spielt schließlich Gitarre. Oder schreibt ihre Songs selber. Oder lässt die Finger von Keyboard-Streichern. Oder dreht mit ihrem Mann ein großartiges Musikvideo.

Das Video zu „The Devil On My Side“ ist schlicht. Schlicht schwarz-weiß, aber auch schlichtweg mit Anspruch. Chris Flanagan ist nicht bekannt. Das ist ziemlich schade. Denn Chris Flanagan war Schlagzeuger und Sänger von „Life at these speeds“ und er ist eben Regisseur des Videos zu „The Devil On My Side“. Unter dem Deckmantel eines Kurzfilms mit dem Titel „The Audition“ geht es um ein fiktives Casting. Ja, man könnte sagen: Auch hier gewinnt Kim Baxter in voller Länge.

Nun aber nochmal zum Essenziellen. Die Musik ist härter. Härter als Indie-Pop sein muss und härter als Kim Baxter es bei der AGSF-Band war. Die wilde Kim also. Und diese wilde Kim bewährt sich in Dramaturgie, Euphorie und Spielfreude. „The Tale of Me and You“ ist wechselseitig. Eine Sinuskurve. Ein Feedback-Ton mit Phaser. Distortion und Powerchords. Blast-Beats und Punkhärte erinnern an eine gewagte Idee von The Rural Alberta Advantage. Hier ist es ähnlich überraschend. Denn Kim Baxters weiche Stimme kommt überraschend. Die Ballade „Flame Ball For Hire“ zum Schluss ist ebenfalls überraschend. Überraschend Bezeichnend.

Im Informationstext zu dem Album wird „The Tale of Me and You“ als perfekter Soundtrack für den Frühling vorgestellt. Vielleicht ein wütender Frühling. Ein Frühling mit viel angestauter Aggression und einem diszipliniertem Mittelfinger. Ein Frühling mit 40 Grad und Schweiß. Also ein wütender Sommer. Ein Sommer mit Kim Baxter – eine schöne Vorstellung.

Kim Baxter ist nämlich auch schön. Aber Schönheit alleine hat ihr nicht geholfen, ihre Musik dann auch noch auf die Bühne zu bringen (aufgenommen hat sie es nur mit Chris). Da helfen nur Mitmusiker, wie die Fotografin Tasha Christensen. Die ist übrigens auch Produzentin des Albums. Aber eben auch Keyboarderin – und so kommt Kim Baxter dann mit Chris und Tasha und weiteren auch zum ersten Mal nach Deutschland. Natürlich präsentiert von PrettyInNoise.

Denn wer präsentiert nicht gerne eine hervorragend spritzige Rockgöre. Eine erregende Mischung aus Jesus and Mary Chain, Marnie Stern und Kims US-Tourpartnern Belle And Sebastian. Eine großartige Wucht aus neuartigem Frauen-Punk, den wir uns seit Blood Pressures von den Kills so sehr wünschen – die wilde Kim macht halt einfach.

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