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Die TICS sind zurück!

Mit ihrem 2017 auf Beau Travail erschienenen, selbstbetitelten Debüt gelang es den Kölner Musikern von TICS mit ihrem unkonventionellen und schnellen Post-Punk, der sich musikalisch durch kurze, kaum länger als 2 Minuten dauernde Songs und vielfältigste Einflüsse aus Hardcore, Punk, No Wave und Funk auszeichnet und sich textlich mit den gesellschaftlichen Miseren des Alltags und linken Diskursen auseinandersetzt, bei Hörern und Presse auf große Begeisterung zu stoßen.

Sowohl die Tageszeitung TAZ als auch der Autor Jonas Engelmann für die Jungle World rückten die TICS gar in die Nähe der legendären, kalifornischen Hardcore-Punk Band The Minutemen oder sahen sich an britische Post-Punk Größen wie The Pop Group oder Gang of Four erinnert. Von eruptiver Musik ist die Rede, die musikalischen Kontraktionen gleicht und durchaus zu komplexer Überforderung bei den ZuhörerInnen führen kann.

„Das Quartett wirft seinen ZuhörerInnen mit unheimlichem Wumms eine verwirrende Vielfalt an Themen vor die Füße – alles ist irre schnell, gut laut, leicht vergrätzt und zuweilen mit Funky- und Psychedelic- Elementen angereichert. Wobei Funk und Psychedelik im Zeitalter von ADHS und Social-Media-Overkill stärker wirken. Unterstützt durch mehrere Gesangsstimmen, Saxofon, Klavier und Keyboards – beigesteuert von Freunden –, erzeugen Tics eine plattmachende Lawine aus Krach.“ (Annika Glunz, TAZ)

Autor Jonas Engelmann beschreibt in der Jungle World den musikalischen Ansatz von TICS u.a. folgendermaßen:
„Das Wissen der Tics ist ein abgeklärtes Wissen, das 30 Jahre Punk, Hardcore und Post-Punk in sich trägt und in der Gegenwart endet, mit enormer Wut und Kraft. Denn die Tics sind wütend, müssen aber niemandem etwas beweisen, keine politischen Parolen brüllen. Sie bieten ausreichend musikalische Fallen für die Hörerinnen und Hörer, Löcher in den atemlosen Songs. Bass und Schlagzeug sind nach vorne gemischt, setzen sich immer wieder Richtung Funk in Bewegung, der aber über die eigenen Post-Punk-Füße stolpert, stolpern will, denn tanzen soll man hierzu auch nicht können.“

Nun haben die Kölner Post-Punks von TICS neue musikalische Zuckungen vertont und die Veröffentlichung ihres zweiten Albums steht im kommenden Frühjahr bevor.

Kam der Vorgänger noch mit 14 Stücken auf eine Spielzeit von 25 Minuten, gibt es auf dem bevorstehenden Nachfolger 8 Titel in 18 Minuten zu hören. Aufgenommen im alltäglichen Mindfuck, der die Miseren etwas erträglicher zu machen scheint, weckt das zweite Werk noch zusätzliche Energien und lädt vielleicht trotzdem dazu ein, die Hüften ein wenig zu schwingen.

Wir haben somit heute das außerordentliche Vergnügen, euch mit „Blessed“ einen ersten Höreindruck vom neuen Album präsentieren zu dürfen, in dem TICS u.a. zurück in das Jahr 1984 schauen.


https://youtu.be/-wo4I525dQI

Die Band schreibt hierzu trotz der jetzigen „The Power of Love“- Jahreszeit:
„Die TICS schauen in den Rückspiegel auf Frankie Goes To Hollywood und ihre ‚Two Tribes‘ aus dem Jahre 1984. Und sie fragen sich in ihrem Song ‚Blessed‘ nach den Mechanismen von kriegerischen Auseinandersetzungen im Jahre 2018. So einfach wie 1984 ist dies jedenfalls nicht mehr darzustellen, indem zwei vermeintliche Kontrahenten mit Gummimasken in einem Wrestling-Ring in Szene gesetzt werden. Dass dies so wenige beunruhigt, ist das tatsächlich Beunruhigende daran.“

Agnostic Funk von TICS erscheint am 01. März 2019 via Tomaten Platten.

Titelbild: TICS | (c) Fred Lezmi

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